| Juliane Brüggen |
| 28.05.2026 14:00 Uhr |
Bei der Abgabe von SGLT-2-Hemmern sollten im Beratungsgespräch bestimmte Punkte angesprochen werden. / © Shutterstock/BearFotos
Eine Zulassung für die drei Anwendungsgebiete – Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz und chronische Niereninsuffizienz – haben derzeit Dapagliflozin und Empagliflozin, während Ertugliflozin auf die Diabetestherapie beschränkt ist. »SGLT-2-Hemmer sind extrem beratungsintensiv«, betonte Richling beim Apothekertag in Hannover. Dabei stellte sie zwei Aspekte heraus:
Harnwegs- und Genitalinfekte sind eine häufige Nebenwirkung der Gliflozine. Grund ist vermutlich die erhöhte Zuckerkonzentration im Harn. Denn die Arzneistoffe hemmen einen Natrium-Glucose-Cotransporter (SGLT-2) in der Niere und verringern dadurch die renale Reabsorption von Glucose – der Zucker wird vermehrt mit dem Urin ausgeschieden. Da Erreger wie Bakterien und Pilze Zucker als Nährstoff nutzen, wird das erhöhte Infektrisiko darauf zurückgeführt.
Die Prävention von Harnwegs- und Genitalinfektionen ist bei der Einnahme von SGLT-2-Hemmern das A und O, wie Richling betonte. Sie gab folgende Tipps für die Beratung:
Bei Fieber oder Unwohlsein zusammen mit Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen im Genitalbereich oder im Bereich zwischen Anus und äußeren Geschlechtsorganen sollten Patienten dringend einen Arzt aufsuchen. Es könnte eine Fournier-Gangrän vorliegen – eine seltene, potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkung, in deren Verlauf Gewebe absterben kann.