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Glymphatisches System
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Spülgang fürs Gehirn

Das Gehirn ist das metabolisch aktivste Organ des menschlichen Körpers – Schätzungen zufolge entstehen täglich mehrere Gramm Stoffwechselabfälle. Doch wohin damit? Anders als im übrigen Körper gibt es hier keine klassischen Lymphbahnen für den Abtransport.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 13.04.2026  08:00 Uhr

Lange gingen Wissenschaftler davon aus, dass im Gehirn anfallende Stoffwechselabfälle vor allem durch Autophagie – also den zellulären Selbstabbau – sowie einen passiven Abtransport über den Liquor beseitigt werden. Das erscheint wenig effizient – und ist es auch. Zum Vergleich: Im übrigen Körper übernimmt das Lymphsystem als Drainagenetzwerk den Abtransport von Zelltrümmern und Stoffwechselprodukten. Die Lymphbahnen verlaufen dabei parallel zu den Blutgefäßen und entfernen Abfallstoffe aus dem Interstitium, also dem Raum zwischen den Zellen. So tragen sie zudem zum Flüssigkeitsgleichgewicht der Gewebe bei.

Doch ein Organ ist von diesem System ausgeschlossen: das Gehirn. Erst 2012 beschrieben Forschende um die dänische Neurowissenschaftlerin Professor Dr. Maiken Nedergaard ein bislang unbekanntes Reinigungssystem: das glymphatische System. Dieses funktionelle Pendant zum Lymphsystem ist nach den Gliazellen benannt, die bei der »Müllentsorgung« im Gehirn eine zentrale Rolle spielen.

Das Gehirn, das durch die Blut-Hirn-Schranke vom restlichen Organismus abgegrenzt ist, wird von einem dichten Netz an Blutgefäßen durchzogen. Diese versorgen den Denkapparat unter anderem mit Sauerstoff und Glucose. Eine Besonderheit besteht darin, dass Arterien und Venen von einem zusätzlichen Flüssigkeitsraum umgeben sind: dem perivaskulären Raum, auch Virchow-Robin-Raum genannt. Dieser wird auf der einen Seite durch die Gefäßwand begrenzt, auf der anderen Seite durch die Endfüßchen der Astrozyten – einer Untergruppe der Gliazellen.

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