Was tun, wenn man als Angst-Kandidat oder -Kandidatin vor einer MRT-Untersuchung steht? / © Adobe Stock/Sergej Ulanow
Auch wer keine Angststörung hat, fühlt sich bei einer Untersuchung in einer MRT-Röhre nicht unbedingt wohl. »Das hat etwas mit Kontrollverlust und Ausgeliefertsein zu tun«, sagt Psychologe André Wannemüller. Er hat an der Ruhr-Uni Bochum ein Forschungsprojekt »Die Angst vor der Röhre überwinden« durchgeführt.
Noch viel furchteinflößender ist eine anstehende MRT-Untersuchung jedoch für Menschen, die an diesen spezifischen Angststörungen leiden:
Was also tun, wenn man als Angst-Kandidat oder -Kandidatin vor einer MRT-Untersuchung steht? André Wannemüller rät, sich psychotherapeutische Unterstützung aus dem Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie zu suchen. Es geht darum, mit professioneller Hilfe Coping-Strategien — also Bewältigungsmechanismen — einzuüben. Wichtig ist auch, zu lernen, wie man sie in Angstsituationen anwendet.
An der Fakultät für Psychologie haben Wannemüller und sein Team eine MRT-Nachbildung entwickelt, in der die Patienten die Zeit in der Röhre »üben« können. Denn das ist eine Strategie, um Ängste zu überwinden: sich schrittweise vorzuwagen und bewusst Situationen aufzusuchen, die man zuvor vermieden hat.
Das lädt das Gehirn dazu ein, eine neue Erfahrung zu machen — nämlich die, dass sich die Gefahr gar nicht bestätigt. Die Angst kann sich dadurch Schritt für Schritt zurückziehen. »Natürlich hat nicht jeder die Chance, das in unserer MRT-Nachbildung zu üben«, sagt der Bochumer Psychologe. Daher ist wichtig, individuell mit Therapeut oder Therapeutin einen Plan zu schmieden.