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Körper und Geist im Einklang
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Typgerecht essen nach Ayurveda

Wie auch beim Yoga steht in der Lehre vom langen Leben – dem Ayurveda – der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele im Mittelpunkt. Als gesund gilt, wer gut schläft, seine Nahrung gut verdaut, sich wohlfühlt und frei von Krankheiten ist.
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 20.11.2024  16:00 Uhr

Sechs Geschmacksrichtungen

Eine ausgewogene Ernährung wird im Ayurveda als Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden angesehen. Sie umfasst sechs Geschmacksrichtungen (Rasa), die alle idealerweise in jeder Mahlzeit vorkommen:

  • süß: stimmungsaufhellend, beruhigend; zum Beispiel Getreide, Kürbis, Karotten, viele Obstsorten, Milch
  • sauer: appetitanregend, verdauungsfördernd; zum Beispiel Zitrone, Tomate, Joghurt, Buttermilch
  • salzig: erhitzend, verdauungsanregend; zum Beispiel Salz, Sojasauce
  • scharf: stark erhitzend, schleimlösend, verdauungsfördernd; zum Beispiel Pfeffer, Ingwer, Chili
  • bitter: leicht kühlend, appetitanregend; zum Beispiel Chicorée, grünes Blattgemüse, frische Kräuter
  • herb: kühlend, trocknend, verdauungsfördernd; zum Beispiel Granatapfel, Hülsenfrüchte, Tofu

Aufgrund ihrer Eigenschaften und ihres Einflusses auf den menschlichen Organismus werden zudem sattvische, rajasische und tamasische Nahrungsmittel unterschieden. Sattvische Lebensmittel wie Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, frische Milchprodukte und Ghee machen ausgeglichen und energiegeladen. Rajasische Lebensmittel sind etwa scharfe Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Koffein, Alkohol, Zucker; sie machen im Übermaß verzehrt aggressiv und ungeduldig. Tamasische Lebensmittel wie Fleisch, Hartkäse, H-Milch, Fertigprodukte oder in der Mikrowelle erhitztes Essen gelten als schwer verdaulich und sollen müde, träge und depressiv machen.

Wer sich ayurvedisch ernährt, bevorzugt also sattvische Nahrungsmittel, da sie gut verdaut und verwertet werden. Fisch, Eier und Fleisch können in Maßen ergänzt werden. Ein beliebtes, variantenreiches Mittagessen aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreiden und gesunden Fetten ist zum Beispiel Dal. Es ist reich an Proteinen, Ballast- und Nährstoffen.

Drängt sich ein Dosha durch unpassende Nahrungsmittel, Lebensstil- oder Umwelteinflüsse in den Vordergrund, so gerät die individuelle Mischung aus der Balance. Das nennt man Vikriti, welches einhergeht mit geschwächtem Agni. Magen-Darm-Beschwerden wie Reflux, Völlegefühl oder Gastritis sowie Verstopfung und Blähungen, aber auch Müdigkeit nach dem Essen treten auf. Die Nahrung wird unvollständig abgebaut, resorbiert und ausgeschieden und es kommt zur Ansammlung von Ama. Daraus wiederum können Befindlichkeitsstörungen, Schwindel, Infekte, nachlassende körperliche und mentale Belastbarkeit sowie auf lange Sicht chronische Krankheiten mit verkürzter Lebensdauer resultieren.

Ermittelt ein ayurvedischer Therapeut ein erhöhtes Dosha, rät er, bevorzugt Geschmacksrichtungen zu verzehren, die dieses besänftigen. Eine Änderung des Tages- und Schlafrhythmus oder die Wahl einer anderen Sportart sind wirksame zusätzliche Maßnahmen, ebenso werden Heilkräuter, Ölmassagen und Meditation eingesetzt.

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