Der BVpta lehnt die PTA-Vertretung auch in der vermeintlich abgeschwächten Form ab. / © Getty Images/Lajst
Hintergrund ist der Plan der Regierungsfraktionen von Union und SPD, die geplante PTA-Vertretung abzuschwächen und nur noch zur »vorrübergehenden Aufrechterhaltung des Betriebs« zu ermöglichen. Diese aktuellen Änderungsanträge sieht der BVpta weiterhin kritisch. Die neue Formulierung ändere nichts an den grundsätzlichen Problemen der Regelung. »Am Ende sollen PTA weiterhin zusätzliche Verantwortung übernehmen, jedoch ohne klar geregelte Weiterqualifizierung, definierte Kompetenzstufen oder entsprechende finanzielle Aufwertung«, so Zierath.
Kritisch sieht der BVpta vor allem die praktische Umsetzbarkeit. Denn die geplanten Regelungen zur »Aufrechterhaltung des Betriebs« sollen nur für Filialapotheken gelten, die zudem noch Abstandsregelungen erfüllen müssen. Es stelle sich zunehmen die Frage, wem diese Regelung am Ende überhaupt helfen solle, erklärt Zierath. » Gerade kleine Einzelapotheken im ländlichen Raum oder Stadtapotheken ohne Filialstruktur – also häufig genau die Apotheken mit den größten Personalproblemen – würden von der Regelung überhaupt nicht profitieren.«
Der Bundesverband bleibe bei seiner Position: Eine Apotheke sollte nicht ohne anwesende Apothekerinnen oder Apotheker betrieben werden. Daher lehne er auch die jetzt geplante nur »vorrübergehende Aufrechterhaltung des Betriebs« durch PTA ab.
»Die Weiterentwicklung des PTA-Berufs darf nicht über Vertretungs- oder Notbetriebskonstruktionen erfolgen«, so Zierath weiter. »Stattdessen brauchen wir echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten für PTA, durch strukturierte Weiterqualifizierung, klar definierte Kompetenzen und neue pharmazeutische Aufgabenfelder.«
Dass die Politik die Kompetenzen in den Änderungsanträgen stärker in den Blick nimmt, begrüßt der BVpta dagegen. Hier ist geplant, dass PTA nach entsprechender Schulung auch Schutzimpfungen durchführen dürfen. Zierath dazu: »Andere Gesundheitsberufe übernehmen bereits vergleichbare Aufgaben. Deshalb begrüßen wir es grundsätzlich, wenn PTA künftig stärker in präventive Versorgungsangebote eingebunden werden.«
Neue Aufgaben erforderten jedoch klare Qualifikationsstandards, strukturierte Weiterbildung, verlässliche Rahmenbedingungen – und endlich auch eine angemessene finanzielle Aufwertung des PTA-Gehalts. »Denn immer mehr Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür entsprechend entlohnt zu werden, ist auf Dauer nicht akzeptabel.«
In diesem Zusammenhang betont der BVpta nochmals seine Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Weiterqualifizerung für PTA – anstatt auf zeitlich begrenzte Notlösungen ohne klare Qualifikationsstruktur zu setzen. »Neue Aufgaben dürfen nicht über improvisierte Notlösungen geschaffen werden.«
Die Weiterentwicklung des PTA-Berufs sei zu guter Letzt jedoch nur mit wirtschaftlich stabilen Apotheken möglich. »Ohne eine dringend notwendige Anpassung des Apothekenhonorars werden viele Apotheken weder zusätzliche Aufgaben noch qualifizierte Fachkräfte dauerhaft stemmen können.«