| Isabel Weinert |
| 28.11.2025 16:00 Uhr |
Für alle Formen von Blähungen, mit oder ohne Flatulenzen, existiert eine Vielzahl von möglichen Ursachen. Nach dem unmerklichen Luftschlucken sind es vor allem blähende Lebensmittel, die die Beschwerden verursachen können. Gerade zu diesen Lebensmitteln gehören die gesündesten, nämlich die ballaststoffreichen Nahrungsmittel, wie Kohlsorten, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Vollkornprodukte, Haferkleie, Leinsamen und Flohsamen. Sie machen nicht nur den Menschen nachhaltig satt und sorgen für einen regelmäßigeren Stuhlgang, sondern füttern auch besonders wertvolle Darmbakterien. Die danken das gute Futter mit der Produktion kurzkettiger Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, die aus dem Fermentationsprozess der Ballaststoffe entstehen. Diese Fettsäuren wiederum nähren die Darmschleimhaut und machen sie widerstandsfähiger, außerdem hemmen sie Entzündungen.
Wollen Menschen mehr Ballaststoffe in ihre Ernährung integrieren, sollten sie die Dosis langsam steigern, damit sich der Darm daran gewöhnen kann. Als Folge der vermehrten Zufuhr nimmt die Zahl unter anderem von Laktobazillen und Bifidobakterien im Darm zu. Beide nutzen der Darmgesundheit. Besonders wenn man auf Ballaststoffe aus geschrotetem Leinsamen, Flohsamenschalen und Haferkleie setzt, sollte man auf jeden Fall darauf achten, genug zu trinken, damit diese Ballaststoffe gut quellen können und nicht etwa verklumpen.
Auch Nahrungsmittelallergien sowie -intoleranzen können Blähungen und Flatulenzen auslösen.
Stress und eine veränderte Hormonsituation, etwa auch in der Schwangerschaft, können Blähungen ebenfalls fördern. Nur sehr selten haben Blähungen ihren Auslöser in schweren Krankheiten wie Tumoren, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Auf folgende »Red Flags« hin sollten Menschen immer einen Arzt aufsuchen: Blut im Stuhl, starker Durchfall, Fieber, Schluckbeschwerden und ungewollter Gewichtsverlust.
Was können PTA von Blähungen Betroffenen raten, außer der Erklärung möglicher Ursachen? Zunächst ist es immer sinnvoll, über 14 Tage zu dokumentieren, was man isst, welche Medikamente man einnimmt und wie sich der Darm verhält. Auf diese Weise findet man bereits mögliche Zusammenhänge mit der Ernährung und Unverträglichkeiten sowie mit (neu) einzunehmenden Medikamenten.
Ein achtsamer Umgang mit sich selbst ist ebenfalls empfehlenswert: das Essen nicht herunterschlingen, langsam kauen, eher keine kohlensäurehaltigen Getränke trinken, nach dem Essen wenn möglich ein paar Schritte in Ruhe gehen, den Umgang mit stressigen Gegebenheiten lernen.