Kleinere oberflächliche Brandwunden kann man zur Erstversorgung mit lauwarmem Wasser kühlen. Anschließend unterstützt eine Wund- und Heilsalbe die Wundheilung. / © Getty Images/Liudmila Chernetska
Brandwunden entstehen, wenn die Haut oder tiefer liegende Gewebe durch übermäßige Hitzeeinwirkung verletzt werden – sei es durch Feuer, heiße Gegenstände, Chemikalien, Strom oder Sonnenstrahlung. Am häufigsten seien kleine, oberflächliche Verbrennungen, die meist selbst von Laien versorgt werden könnten, berichtet Dr. Christoph Liebich, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Mitglied des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD). Die betroffene Stelle sollte zunächst einige Minuten lang vorsichtig gekühlt werden – am besten mit lauwarmem Wasser. »Das Wasser sollte nicht kalt oder gar eiskalt sein, um Gewebe und Haut nicht zusätzlich zu reizen«, sagt Liebich im Gespräch mit PTA-Forum.
Von Hausmitteln aller Art rät der Dermatologe bei der Versorgung von Brandwunden dringend ab. »Alles, was an die Wunde kommt, ist ein Infektionsrisiko.« In den meisten Fällen heilen leichte Verbrennungen oder Verbrennungen ersten Grades von selbst ab und hinterlassen keine Narben auf der Hautoberfläche. Zur Unterstützung eignen sich Wund- und Heilsalben.
Die Haut kann Hitze bis etwa 50 °C kurzfristig kompensieren. Wird es heißer, nimmt das Gewebe Schaden. Mit zunehmender Temperatur und Einwirkungsdauer der Hitze werden die Gewebeschäden stärker und betreffen immer tiefere Hautschichten. Insgesamt unterscheiden Mediziner vier Grade von Verbrennungen. Am wenigsten gravierend sind die bereits erwähnten Verbrennungen ersten Grades: Sie betreffen allein die oberste Hautschicht, die Epidermis, und entstehen beispielsweise durch übermäßiges Sonnenbaden. Die Haut schmerzt, ist druckempfindlich und gerötet.
Verbrennungen zweiten Grades reichen bis auf die direkt unter der Epidermis liegende innere Hautschicht, die Dermis, und sind äußerst schmerzhaft. In vielen Fällen bilden sich Brandblasen. Ist der Wundgrund einer Brandblase noch rosig, heilt er in der Regel von allein. Ist er dagegen weiß, zeigt das, dass an der betroffenen Stelle kein Blut mehr fließt, das Gewebe ist abgestorben – dann werden nach der Wundheilung vermutlich Narben zutage treten, eventuell muss das abgestorbene Gewebe operativ entfernt werden.
Bei Verbrennungen dritten Grades ist sowohl die Epidermis als auch die Dermis an der betroffenen Stelle zerstört. Auch die darunterliegende Hautschicht, die aus lockerem Binde- und Fettgewebe bestehende Subcutis, kann dabei verletzt sein. Zu sehen sind dann weißliche Gewebeschäden. Weil in diesem Fall meist auch darunterliegende Nervenzellen zerstört werden, spüren Betroffene zunächst nur wenig bis gar keinen Schmerz. Verbrennungen dritten Grades werden meist durch Hauttransplantationen behandelt.
Verbrennungen vierten Grades sind ein Fall für die Intensivmedizin. Sie entstehen vor allem bei Unfällen mit offenem Feuer oder Starkstrom. Hierbei werden meist große Teile der Haut vollständig zerstört. Je nach Dauer der Hitzeeinwirkung können zusätzlich Nerven, Muskulatur und Knochen beschädigt werden.