Forschende arbeiten daher an einfacheren Alternativen zur Hauttransplantation. Ein Team am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) beispielsweise hat gemeinsam mit einer Firma einen 3D-Drucker entwickelt, der ein sogenanntes biologisches Pflaster drucken kann. Dieses soll dann passgenau großflächige Wunden verschließen. Das wäre nicht nur für Brandopfer auf der Erde, sondern auch für Raumfahrende auf der ISS oder bei künftigen Langzeitmissionen eine Möglichkeit der individuellen Versorgung, wie das BIH in einer Pressemitteilung meldet.
»Die Druckertinte basiert auf einem Gemisch aus lebenden Hautzellen und einer modifizierten Gelatine, die bei UV-Belichtung aushärtet«, erklärt Doktorandin Bianca Lemke, die an der entsprechenden Studie mitgewirkt hat. Beim sogenannten Digital Light Processing (DLP) werde die Biotinte in der vom UV-Licht vorgegebenen Form Schicht um Schicht fest. Form und Größe des erforderlichen Wundverschlusses ließen sich individuell einstellen. »Die Konsistenz des Drucks ähnelt einem Gummibärchen. Die Technologie ermöglicht dabei auch das Hineindrucken kleiner Kanäle, sodass auch eine Integration von Blutgefäßen möglich ist.«
Die Wundpflaster aus dem 3D-Biodruck seien zudem nahezu sofort verfügbar: Der Druck dauere nur maximal eine Stunde, unabhängig von der Größe der Wunde. Zudem ließen sich die Pflaster persönlich auf die Betroffenen abstimmen, indem sie für die Biotinte ihre eigenen Haut- oder Stammzellen liefern. Noch ist das Pflaster aus dem Drucker für den medizinischen Alltag allerdings Zukunftsmusik.