Die nasalen Kombinationssprays sind für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer saisonaler allergischer Rhinitis indiziert, bei denen eine Monotherapie mit einem intranasalen Antihistaminikum oder einem Glucocorticoid nicht ausreichend wirksam ist. / © Getty Images/Dusan Illic
Nach dem OTC-Switch gibt es seit Anfang des Jahres neue Kombi-Nasensprays gegen Heuschnupfen-Beschwerden für die Selbstmedikation auf dem Markt. NasAllegra®, Snup® Allerg, Duoallerg® oder Lorano® Heuschnupfenspray enthalten neben dem entzündungshemmenden Steroid Fluticasonpropionat (50 µg) das schnell wirksame Antihistaminikum Azelastin (140 µg).
Wie steht es um ihre Wirksamkeit? Sind sie effektiver als die Mono-Glucocorticoid-Sprays? Das Team der Evi-News vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig sagt Ja. Insgesamt sei die Evidenz höher für den Einsatz des Kombinationspräparats als für Fluticason allein.
Für seine Bewertung konzentrierte sich das Evi-News-Team auf eine randomisierte kontrollierte Studie, die 2023 im »Indian Journal of Otolaryngology and Head & Neck Surgery« vorgestellt wurde. Diese verglich die Wirksamkeit eines Nasensprays mit Azelastin und Fluticasonpropionat (140 µg/50 µg) mit der eines Nasensprays mit Fluticasonpropionat allein (50 µg) bei persistierender allergischer Rhinitis. Eingeschlossen waren insgesamt 64 Patienten.
Als primärer Endpunkt war der »Total Symptom Score (TSS)« nach vier Wochen definiert. Der TSS umfasste Symptome wie Niesen, Verstopfung der Nase, Laufen der Nase und Juckreiz der Nase, deren Schwere mittels einer Symptom-Evaluations-Skala der »US health and human services FDA for allergic rhinitis« bestimmt wurde.
Mit den Kombisprays könne eine stärkere subjektive Symptomreduktion bezüglich laufender Nase und Juckreiz erreicht werden als mit Fluticason allein, lautet das Fazit der Evi-News-Autoren. Zwar sei die Evidenz der analysierten Studie niedrig, jedoch gäben Aktualisierungen der ARIA-Leitlinie einen Hinweis auf eine insgesamt höhere Evidenz für den Einsatz des Kombinationspräparats.
Evi-News – Informationen zur evidenzbasierten Selbstmedikation werden vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig zusammengestellt. Der Newsletter erscheint in der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH und wird ausschließlich durch die ABDA und die Avoxa finanziert. Die kostenlose Registrierung ist unter www.evinews.de möglich. Der Newsletter erscheint einmal monatlich. Alle Ausgaben finden sich im Archiv.