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Bei Säuglingen
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Vitamin D zur Rachitisprophylaxe

Säuglinge erhalten Vitamin D, damit sich die Knochen normal entwickeln, unter anderem in Tropfen- und Tablettenform. Hierbei ist es wichtig, Anwendungsfehler zu vermeiden. Welche Empfehlungen gelten?
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 28.04.2026  08:00 Uhr

Sind die Knochen unzureichend mineralisiert, kann eine Rachitis entstehen. Betroffene Kinder wachsen langsamer, die Knochen sind weich und verformbar – das äußert sich etwa in O- oder X-Beinen oder einem quadratisch verformten Hinterkopf. Auch Muskelschwäche, schlechte Zähne oder Infektanfälligkeit können darauf hinweisen. Um eine Rachitis zu vermeiden und sicherzustellen, dass sich das Skelettsystem altersgerecht entwickelt, erhalten Säuglinge eine Prophylaxe mit Vitamin D3 (Colecalciferol). Denn die biologisch aktive Form des Prohormons, Calcitriol, ist entscheidend für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und die Knochenstabilität.

Normalerweise produziert der Körper Vitamin D3 größtenteils selbst: Die Synthese findet in der Haut unter Einwirkung von Sonnenlicht (UV-B-Strahlen) statt. Bei Säuglingen entwickelt sich diese Fähigkeit jedoch erst allmählich. Zudem ist der körpereigene Schutzmechanismus der Haut gegen UV-Strahlung noch nicht vollständig ausgereift, Säuglinge sollten daher grundsätzlich nicht in die Sonne.

Fachgesellschaften empfehlen die Supplementation ab dem Ende der ersten Lebenswoche, unabhängig davon, ob das Kind gestillt wird oder nicht. Die tägliche Dosis von 10,0 bis 12,5 µg Vitamin D (400 bis 500 I.E.) wird in der Regel bis zum zweiten erlebten Frühsommer gegeben – je nach Geburtstermin also für 12 bis 18 Monate. Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm erhalten abweichend 800 bis 1000 Einheiten Vitamin D. Die Empfehlungen gehen auf eine gemeinsame Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie (DGKED) aus dem Jahr 2018 zurück. Die S1-Leitlinie »Vitamin-D-Mangel-Rachitis« (2022) empfiehlt zur Prophylaxe im ersten Lebensjahr mindestens 500 I.E. Vitamin D pro Tag, bei Risikogruppen gegebenenfalls eine höhere Dosis.

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