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Gefahr fürs Herz
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Von der Infektion zur Myokarditis

Sie gilt als Chamäleon der kardialen Erkrankungen: Eine Herzmuskelentzündung kann unterschiedliche Symptome zeigen und Menschen jeden Alters betreffen. Auslöser ist häufig eine vorangegangene Virusinfektion. In vielen Fällen heilt sie jedoch ohne Spätfolgen komplett aus.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 23.01.2025  16:00 Uhr

Schonen, schonen, schonen

Hat sich der Verdacht auf eine Myokarditis schließlich bestätigt, ist vor allem eines wichtig: strikte körperliche Schonung, damit sich der Herzmuskel bestenfalls vollständig erholen kann. Meist wird der Verzicht auf Sport für mehrere Monate empfohlen. Ansonsten drohen Komplikationen wie eine Herzinsuffizienz, Arrhythmien und plötzlicher Herztod.

Bei einer asymptomatischen Myokarditis sind routinemäßig keine Medikamente notwendig. Bei schwereren Verlaufsformen mit herzbedingten Beschwerden kann je nach Stärke auch eine stationäre Aufnahme und eine Therapie der Herzinsuffizienz notwendig sein. Bei extremer Herzschwäche etwa werden im Krankenhaus Catecholamine gegeben, um den Herzmuskel zu unterstützen. Calciumantagonisten oder Betablocker verbessern die Versorgung mit Sauerstoff. ACE-Hemmer, Sartane und Diuretika senken Vor- und Nachlast. Treten Herzrhythmusstörungen auf, erhält der Patient ein Antiarrhythmikum.

In Einzelfällen kann eine immunsuppressive Therapie mit Glucocorticoiden, Azathioprin oder Ciclosporin A angezeigt sein, beispielsweise bei der Riesenzellmyokarditis, einer seltenen Form der Herzmuskelentzündung, die vor allem junge Menschen betrifft und rasch fortschreitet. Eine spezifische Behandlung bei virusinduzierten Herzmuskelentzündungen gibt es derzeit nicht. In Studien wurde allerdings Interferon-beta erfolgreich gegen Myokarditiden durch Entero- und Adenoviren eingesetzt.

Prinzipiell ist die Langzeitprognose nach einer akuten, unkompliziert verlaufenen Virusmyokarditis gut. Bei rund 70 Prozent der Patienten heilt die Entzündung ohne Folgen komplett aus. Entstehen durch die Entzündung Vernarbungen im Herzmuskelgewebe, können mitunter leichte Rhythmusstörungen bestehen bleiben. Schätzungsweise 15 Prozent der Patienten entwickeln chronische Verläufe, die in seltenen Fällen zu einer fortschreitenden Herzinsuffizienz führen.

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