| Verena Schmidt |
| 30.01.2026 16:00 Uhr |
Laut einer Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) können gesunde Erwachsene bis zu 200 mg Koffein (entsprechend 3 mg pro kg Körpergewicht) als Einzeldosis beziehungsweise innerhalb kurzer Zeit ohne gesundheitliches Risiko aufnehmen. Bei gewohnheitsmäßigem Verzehr gilt eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu 400 mg für gesunde Erwachsene als gesundheitlich unbedenklich.
Schwangere und Stillende sollten pro Tag maximal 200 mg Koffein über die Ernährung aufnehmen; diese Menge gilt als unbedenklich für den Fötus beziehungsweise das gestillte Kind. Für gesunde Kinder und Jugendliche gilt ebenfalls ein Verzehr von 3 mg/kg KG als Einzeldosis oder über den Tag verteilt als risikofrei.
Koffein verstärkt aufgrund seiner Wirkweise die herzbeschleunigenden Effekte etwa von Sympathomimetika und L-Thyroxin. Die sedative Wirkung etwa von Barbituraten und Antihistaminika kann durch Koffein abgeschwächt werden.
Orale Kontrazeptiva, Cimetidin und Disulfiram können den Abbau von Koffein in der Leber verlangsamen, Gyrasehemmer können die Ausscheidung von Koffein bremsen. Barbiturate und Rauchen beschleunigen den Abbau dagegen. Die Ausscheidung von Theophyllin wiederum wird durch Koffein reduziert.
In der Schmerztherapie wird Koffein als Co-Analgetikum eingesetzt: Es verstärkt den schmerzlindernden Effekt von Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen; die Dosis der Analgetika kann dann durch Koffein bestenfalls reduziert werden. Das Abhängigkeitspotenzial von Analgetika steigt durch den Einsatz von Koffein wohl nicht – das hatte man früher aufgrund theoretischer Überlegungen angenommen.
Diese Frage ist unter Wissenschaftlern umstritten. Laut BfR ist allgemein wissenschaftlich anerkannt, dass die häufige Aufnahme von Koffein zu einer Toleranz führen kann – also ähnlich wie bei einer Sucht. Das bedeutet, bei gleichbleibendem Konsum treten einige Wirkungen des Koffeins nicht mehr oder weniger stark auf, der Blutdruck steigt beispielsweise nicht mehr oder nicht mehr so stark an.
Dazu kommt: Lässt man Koffein nach regelmäßigem Konsum plötzlich weg, reagiert der Körper mit Entzugssymptomen, etwa Kopfschmerzen, Müdigkeit, verringerter Energie und Aufmerksamkeit sowie Schläfrigkeit. Laut BfR sind gar eine verringerte Zufriedenheit, ein depressiver Gemütszustand, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und ein »benebelter« Zustand möglich, wenn man zuvor täglich Kaffee getrunken hat.
Also: Wer täglich Koffein konsumiert, zeigt mitunter Zeichen einer Abhängigkeit. Diese sind aber deutlich milder ausgeprägt als bei anderen Suchtstoffen wie Alkohol oder Nikotin, ein zwanghaftes Suchtverhalten tritt bei Kaffee und Co. nicht auf. Wer seinen Koffeinkonsum reduzieren möchte, sollte das schrittweise tun – so lassen sich Entzugssymptome meist vermeiden.