PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Emotional belastende Berufe
-
Warum Abgrenzung so wichtig ist

Einige Berufe bringen eine starke emotionale Belastung mit sich. Das Erlebte gedanklich mit nach Hause zu nehmen, kann jedoch ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Wie lässt sich das verhindern? Antworten auf wichtige Fragen.
AutorKontaktdpa
Datum 28.05.2026  12:00 Uhr

Welche Berufe gelten als emotional belastend?

»Es sind Berufe, in denen man sehr viel Kontakt mit anderen Menschen hat – aber nicht als Kollegen, sondern als Dienstleistende«, sagt Johannes Wendsche, Diplom-Psychologe bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Das betrifft Jobs etwa in der Pflege, im Rettungsdienst oder bei Polizei und Justiz, aber auch Tätigkeiten im Kundenservice.

Die emotionale Belastung entsteht laut Wendsche, wenn Arbeitnehmende mit dem Leid anderer konfrontiert sind – etwa nach einem Unfall oder im Umgang mit kranken und hilfebedürftigen Menschen. Stark belastend kann es aber auch sein, wenn Polizistinnen und Polizisten oder Feuerwehrleute Belästigung erfahren – etwa durch Anspucken. Oder Gewalt in Form von Tritten und Schlägen.

Was erhöht den Druck zusätzlich?

Herausfordernde Bedingungen wie Unterbesetzung und Überstunden können den Druck verstärken. »Die teils enorme Anspannung entsteht, wenn Beschäftigte den Eindruck haben, dass sie angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen die Qualität ihrer Arbeit nicht gewährleisten können«, sagt Sabine Gregersen, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

»Es kann aber auch emotional sehr belastend sein, wenn Beschäftigte im Job ihre Gefühle unterdrücken müssen«, so Wendsche. Ein Kontrolleur in der Bahn müsse immer freundlich und gelassen bleiben, obgleich er innerlich vor Wut kocht über einen Fahrgast, der ihn grob beschimpft und beleidigt hat.

Woran erkennt man, dass es zu viel wird?

»Typisch sind Grübelschleifen«, sagt Wendsche. Die Gedanken drehen sich um Erlebnisse bei der Arbeit, kehren immer wieder. Ein weiteres Signal können Schlafprobleme sein. Betroffene hätten Probleme, ein- oder durchzuschlafen. Andere reagieren dauerhaft gereizt oder ziehen sich im privaten Umfeld zurück.

»Manche vernachlässigen auch Hobbys, haben Stimmungsschwankungen oder fühlten sich innerlich leer«, zählt Gregersen weitere mögliche Signale für Überlastung im Beruf auf. Darauf könnten auch Konzentrationsstörungen oder eine verminderte Leistungsfähigkeit hindeuten. »Solche Warnsignale sollten Betroffene ernst nehmen«, sagt Wendsche.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa