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Warum Blutplasma so begehrt ist

«Blut ist ein ganz besonderer Saft» – das wusste schon Goethes Mephisto. Auch Bestandteile können Leben retten. Blutplasma etwa ist zunehmend gefragt. Doch wie animiert man Spenderinnen und Spender?
AutorKontaktdpa
Datum 07.11.2024  10:00 Uhr

Vom Immundefekt über die Bluterkrankheit bis zu Krebs – viele Tausend chronisch kranke Menschen sind in Deutschland auf Medikamente angewiesen, die aus Blutplasma hergestellt werden. Doch auch nach Unfällen oder bei Operationen wird Plasma benötigt. Weltweit besteht dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zufolge ein großer Mangel. In privaten Spenderzentren wie dem neu eröffneten CSL Plasma Center Karlsruhe erhalten Spenderinnen und Spender eine Aufwandsentschädigung. Das halten Expertinnen und Experten für gerechtfertigt. Mit Geld zum Spenden motivieren will aber niemand. Dafür gibt es gute Gründe.

Wie geht Plasmaspenden?

Plasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes. Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser und übernimmt als Transport- und Speichermedium im Körper lebenswichtige Aufgaben. Im Gegensatz zur normalen Blutspende zerlegt beim Plasmaspenden ein spezielles Gerät das Blut in Komponenten. Nicht benötigte Bestandteile (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) werden der Spenderin oder dem Spender wieder zugeführt – nur das Plasma, eine gelbliche Flüssigkeit, wird entnommen. Je nach Körpergewicht sind das laut DRK zwischen 650 und 850 Milliliter.

Da feste Blutbestandteile in den Blutkreislauf zurückgehen, müssen nicht so lange Abstände zur nächsten Spende eingehalten werden wie bei der Vollblutspende. Nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes sind bis zu 60 Plasmaspenden pro Jahr möglich. Die Plasmaentnahme ist wegen der Trennung aufwendig und dauert in der Regel zwischen 30 und 45 Minuten.

Wofür braucht man Blutplasma?

Plasma sei für Medikamente bei chronischen Erkrankungen, Immundefekten oder bestimmten Autoimmunerkrankungen von großer Bedeutung, so das baden-württembergische Gesundheitsministerium. Es werde nicht nur zur Behandlung der sogenannten Bluterkrankheit (Hämophilie) oder zur Rhesusprophylaxe eingesetzt, erläutert Professor Richard Schäfer, der Ärztliche Leiter Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Plasma werde in Kliniken bei vielen Eingriffen auch gebraucht, um bei starkem Blutverlust oder Verbrennungen den Blutdruck aufrechtzuerhalten.

»Nahezu jeder Mensch benötigt in seinem Leben Medikamente, die aus Blutplasma hergestellt werden«, heißt es auch aus dem Klinikum Stuttgart. Auf Plasmaspenden angewiesen seien Patientinnen und Patienten bei langwierigen Chemotherapien und Stammzellentransplantationen. Aber auch in der Herz- und Unfallchirurgie oder der Orthopädie werden Spenden benötigt.

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