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Lichtverschmutzung vermeiden
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Warum wir Dunkelheit brauchen

Licht aus! Zu viel nächtliches Licht durch Straßenlaternen, Gartenlampen und ähnliche Lichtquellen setzt Menschen und vielen Tieren zu. Die Lichtverschmutzung steigt weiter. Dabei ginge es auch anders.
AutorKontaktdpa
Datum 06.08.2024  10:00 Uhr

Todesfalle Straßenbeleuchtung

Die Folgen der Lichtverschmutzung sind auch für Tiere groß: Etwa 60 Prozent der Insekten und 30 Prozent der Säugetierarten in Deutschland sind laut Bundesamt für Naturschutz dämmerungs- oder nachtaktiv. Dazu zählen neben bekannten Nachttieren wie Eule, Glühwürmchen und Fledermaus auch etliche Schmetterlinge.

Manche Tiere werden durch Licht verwirrt. Andere trauen sich nicht aus der Deckung. Alleine durch Straßenbeleuchtung verenden laut Schätzungen des Nabu Milliarden Insekten. Häufig gelangen sie ins Leuchtgehäuse und verbrennen oder verhungern dort. Manche sterben an Erschöpfung, andere fallen Fressfeinden zum Opfer.

Umweltorganisationen rufen daher seit langem dazu auf, das Licht häufiger mal auszulassen. Vögel werden laut Nabu in ihrem Zugverhalten gestört. Amseln, Kohlmeisen oder Rotkehlchen singen demnach manchmal in der Nacht – Stunden früher als ohne Kunstlicht. Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Ornithologie singen manche Vögel durch das Licht zudem früher im Jahr als sonst üblich – manchmal sei ihr Gesang sogar schon im Winter zu hören.

Sogar Wasserinsekten von künstlichem Licht gestört

Fledermäuse sind dem Nabu zufolge unter anderem gefährdet, wenn Quartiere, die häufig an historischen Gebäuden zu finden sind, ausgeleuchtet werden. Schlimmstenfalls würden die Tiere nicht mehr zur Nahrungsaufnahme ausfliegen. Glühwürmchen sind ebenfalls bedroht: Künstliche Lichtquellen können das Leuchten der Weibchen überstrahlen, weshalb sie nicht mehr von Männchen gefunden werden, warnte vergangenes Jahr ein britisches Forschungsteam im Fachblatt »Journal of Experimental Biology«. Auch viele Wasserinsekten lassen sich laut Nabu von Lampen irritieren. So hielten Eintagsfliegen beleuchtete Asphaltflächen mitunter für Wasser und legten ihre Eier dort ab.

Gesetz für weniger Licht

Das Bewusstsein für Lichtverschmutzung ändert sich langsam, berichtet Forscher Hölker. Im Bundesnaturschutzgesetz wurde Lichtverschmutzung inzwischen aufgenommen. Ein Projekt erarbeite nun, wie die neuen Regelungen umgesetzt werden können. »Damit haben wir auch eine Vorbildfunktion für andere Länder, die dabei sind, immer heller zu werden«, meint Hölker etwa mit Blick auf Länder der Südhalbkugel. Bisher strahlten vor allem Europa, die USA und asiatische Megastädte weit aus.

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