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Motivationsprobleme
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Warum wir uns oft nicht aufraffen können – und was hilft 

Eigentlich wissen wir genau, was gut für uns wäre. Sei es Putzen, Sport machen oder endlich wieder eine Freundin anzurufen. Und trotzdem schaffen wir es nicht, uns aufzuraffen. Das Gefühl, nicht motiviert und faul zu sein, kennt fast jeder.
AutorKontaktdpa
Datum 13.02.2026  14:00 Uhr

Doch warum fallen uns genau solche Dinge manchmal so schwer? »Wissen allein reicht eben nicht, denn Wissen motiviert nicht. Es sind die Gefühle, die uns antreiben«, erklärt Christina Jochim, Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Wir Menschen würden unterschätzen, wie stark Emotionen unser Handeln bestimmen.

Der Knackpunkt: Unsere Motivation steigert sich laut Gesundheitspsychologin Verena Klusmann-Weißkopf vor allem dann, wenn wir sofort einen emotionalen Gewinn spüren. Veränderungen sind aber oft anstrengend, weil wir Bequemlichkeit überwinden und andere Dinge zurückstellen müssen. Fokussieren wir uns auf Folgen, die sich erst langfristig zeigen, entsteht Frust und die Motivation knickt ein.

Wirklich faul oder einfach am Limit?

Faulheit ist in der Psychologie kein definierter Begriff – der Ausdruck sei oft eher eine »soziale Verpackung«, so Jochim. Dahinter steckt aber psychische Erschöpfung oder Überforderung. Zu viele Anforderungen oder Angst vor Versagen führen zu mentalem Stillstand. Das Gehirn fährt in den Selbstschutzmodus: Rückzug statt Aktivität.

Ob wir dann die Motivation so steigern können, dass wir uns Handlungsziele setzen, hängt laut Klusmann-Weißkopf vor allem von drei Faktoren ab:

  • persönlicher Relevanz
  • Selbstwirksamkeit
  • Erwartung, dass sich Anstrengung lohnt

Bricht einer dieser Punkte weg, schwinden Motivation und Energie.

Der Hang zur Selbstverurteilung

Untätigkeit entsteht nicht aus Faulheit, sondern kann letztlich verschiedene Ursachen haben: zu wenig Motivation, keine geeigneten Strategien für die Umsetzung oder für das Erholen von Rückschlägen, so Klusmann-Weißkopf.

Wenn wir uns Misserfolge selbst zuschreiben, ist das sehr ungünstig für den eigenen Selbstwert. Dass wir uns fürs Nichtstun verurteilen, liegt laut Jochim vor allem daran, »dass wir in einer Leistungskultur leben, in der ein Nicht-Können als persönliches Defizit gewertet wird«. Dieses Gefühl von Scham entsteht aus der Angst, Erwartungen nicht zu erfüllen – ein sozial erlerntes Muster. Die Scham verstärkt laut Jochim das Problem, blockiert Motivation und hindert daran, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen.

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