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Eigene Zähne
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Warum Zahnerhalt die Lebenserwartung steigern kann

Menschen, die bis ins hohe Alter viele ihrer eigenen Zähne behalten, leben im Durchschnitt länger als Gleichaltrige mit stark reduziertem Gebiss. Dieser Zusammenhang gilt mittlerweile als wissenschaftlich gut belegt. Welche Ursachen dahinterstecken und warum heutige Seniorinnen und Senioren deutlich mehr eigene Zähne haben als frühere Generationen, erklärt die Initiative proDente.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 19.06.2026  14:00 Uhr

Wer gut kauen kann, hat also bessere Chancen auf ein langes Leben. So zeigte eine japanische Langzeitstudie mit mehr als 85.000 Seniorinnen und Senioren: Menschen über 85 Jahre, die noch mindestens 20 eigene Zähne hatten, lebten deutlich länger als Altersgenossen mit weniger natürlichen Zähnen.

Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Ernährung. Wer Lebensmittel problemlos kauen kann, nimmt meist mehr Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß auf. Das schützt vor Mangelernährung und kann dazu beitragen, das Risiko für Gebrechlichkeit im Alter zu senken.

Zahnverlust beeinträchtigt mehr als nur das Kauen

Wer nur eingeschränkt beißen kann, greift häufiger zu weichen, stark verarbeiteten oder süßen Lebensmitteln. Die Folgen reichen jedoch weit über die Ernährung hinaus. »Fehlende Zähne in Kombination mit schlecht sitzendem Zahnersatz verändern den gesamten Lebensstil«, erklärt Professorin Dr. Ina Nitschke. Betroffene ernährten sich oft schlechter, zögen sich aus sozialen Aktivitäten zurück und büßten spürbar an Lebensqualität ein.

Dass die Zahngesundheit eng mit der allgemeinen Gesundheit verknüpft ist, zeigen auch Forschende der Columbia University und der Boston University. In ihrer Studie hatten Menschen, die mit 65 Jahren bereits fünf oder mehr Zähne verloren hatten, eine messbar geringere Lebenserwartung. Zudem waren Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in dieser Gruppe häufiger verbreitet.

»Zähne sind kein kosmetisches Detail, sie unterstützen ein selbstbestimmtes Altern«
Professorin Dr. Ina Nitschke, Spezialistin für Seniorenzahnmedizin am Universitätsklinikum Leipzig

Eine britisch-japanische Studie mit mehr als 5600 Teilnehmenden zeigte zudem, dass die Folgen von Zahnverlust noch weiter reichen können. Menschen, die nur noch mit zehn eigenen Zähnen zubeißen konnten, benötigten deutlich häufiger Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder der Einnahme von Medikamenten als Personen mit 20 natürlichen Zähnen. Jeder erhaltene eigene Zahn verringerte das Risiko für Einschränkungen im Alltag im Durchschnitt um 3,1 Prozent. Professorin Nitschke erklärt: » Mit jeder Zahnlücke sinkt die soziale Teilhabe. Kontakte nehmen ab. Einsamkeit steigt. Das beeinflusst unmittelbar die Gesundheit und die Lebenserwartung.«

Senioren haben mehr eigene Zähne

Die gute Nachricht: Totalprothesen sind laut der Initiative proDente inzwischen zur Ausnahme geworden. Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie zeigt, dass der Anteil zahnloser 65- bis 74-Jähriger deutlich gesunken ist – von 22,6 Prozent im Jahr 2005 auf 5 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig stieg die Zahl der funktionstüchtigen Zähne in dieser Altersgruppe von durchschnittlich 13,6 auf 18,8. Die Zahl fehlender Zähne ging von 14,1 auf 8,6 zurück.

Auch im höheren Alter zeigt sich die positive Entwicklung: Rund 40 Prozent der heute 73- bis 82-Jährigen verloren innerhalb des neunjährigen Untersuchungszeitraums keinen einzigen Zahn.

Für die Spezialistin für Seniorenzahnmedizin ist diese Entwicklung ein großer Erfolg und ein Beleg dafür, wie wichtig konsequente Vorsorge ist. »Heutige Generationen altern mit Zähnen«, sagt Nitschke. Viele eigene Zähne bedeuteten tatsächlich ein deutliches Plus an Lebenserwartung und Lebensqualität.

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