PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Blutzuckereinstellung bei Diabetes
-
Wenn Hormone Chaos stiften

Nicht nur Insulin, Glucagon, Cortison und Adrenalin wirken auf den Blutzuckerspiegel. Auch Sexualhormone mischen im Stoffwechsel mit und erschweren es in bestimmten Lebensphasen, die Glucosewerte im grünen Bereich zu halten.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 10.03.2026  12:00 Uhr

Zyklus beachten

Mit den Hormonschwankungen im Laufe des Menstruationszyklus wird es für Mädchen dann oft noch schwieriger, den Blutzuckerspiegel im Zielbereich zu halten. In der ersten Zyklushälfte, der Follikelreifungsphase vor dem Eisprung, ist die Insulinsensitivität höher und der Insulinbedarf meist niedriger als in der zweiten Hälfte.

Nach dem Eisprung, also in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase), sind die Estrogen- und Progesteron-Werte hoch und die Insulinempfindlichkeit sinkt. Entsprechend steigt der Insulinbedarf an. Die blutzuckersenkende Wirkung des Insulins kann im Vergleich zur Follikelreifungsphase dann um bis zu 40 Prozent abnehmen. Zwei Drittel aller Frauen mit Diabetes bemerken in dieser zweiten Zyklushälfte erhöhte Glucosewerte und benötigen mehr Insulin. Setzt die Regelblutung ein, sinkt meist auch wieder der Blutzuckerspiegel. Dann besteht eine erhöhte Gefahr einer Unterzuckerung.

Wie stark sich der Zyklus auf den Blutzucker auswirkt, ist individuell unterschiedlich. Frauen und Mädchen mit Diabetes, beziehungsweise deren Eltern, sollten bei Blutzuckerschwankungen jedoch auch die jeweilige Zyklusphase als Ursache in Betracht ziehen und mögliche Auswirkungen auf die Therapie mit dem behandelnden Diabetologen besprechen. Eine Menstruations-App kann helfen, den Zyklus im Blick zu behalten und zu dokumentieren, um Insulingaben darauf abzustimmen. Nach der Pubertät beruhigt sich die Stoffwechsellage häufig und der Insulinbedarf verringert sich wieder.

Schwangerschaft

Blutzuckerwerte im Normbereich sind in der Schwangerschaft wichtig, um Frühgeburten und Fehlbildungen oder ein zu hohes Geburtsgewicht beim Baby mit Geburtskomplikationen sowie anschließende Unterzuckerungen beim Neugeborenen möglichst zu vermeiden.

Die Hormonschwankungen im Laufe der Schwangerschaft machen die Blutzuckereinstellung nicht leicht. Bis zur 14. Woche etwa sinkt der Insulinbedarf; die Dosierung ist entsprechend anzupassen, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Um die 22. Schwangerschaftswoche steigt der Insulinbedarf wieder; bei der Geburt sinkt er erneut. Schwangere mit Diabetes sollten ihren Blutzucker täglich mehrmals messen, um auf mögliche Schwankungen reagieren zu können. Ist die Geburt eingeleitet, wird das Ärzteteam den Blutzucker stündlich korrigieren.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa