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Blutzuckereinstellung bei Diabetes
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Wenn Hormone Chaos stiften

Nicht nur Insulin, Glucagon, Cortison und Adrenalin wirken auf den Blutzuckerspiegel. Auch Sexualhormone mischen im Stoffwechsel mit und erschweren es in bestimmten Lebensphasen, die Glucosewerte im grünen Bereich zu halten.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 10.03.2026  12:00 Uhr

Wechseljahre

In der Zeit vor der letzten Menstruation kann es durch den sinkenden Estrogenspiegel und die Zunahme von Bauchfett ebenfalls zu starken Blutzuckerschwankungen kommen. Das betrifft auch Frauen, bei denen der Diabetes bislang gut eingestellt war. Die Insulinresistenz steigt und macht höhere Insulingaben erforderlich. Frauen ist oft gar nicht bewusst, dass dies ein typisches Zeichen der bevorstehenden Menopause ist. PTA können Kundinnen, die über schwankende Blutzuckerwerte berichten, zu häufigeren Blutzuckerkontrollen raten und empfehlen, sich mit dem behandelnden Diabetologen auszutauschen und regelmäßig die Insulindosierung anzupassen.

Patientinnen mit Typ-2-Diabetes, die nicht mit Insulin behandelt werden, sind ebenfalls von schwankenden Blutzuckerwerten betroffen. Sie können durch eine ausgewogene Ernährung und vermehrte Bewegung ihren Blutzuckerspiegel regulieren. Muskeltraining erhöht die Insulinempfindlichkeit, senkt den Blutzucker, reguliert das Gewicht und schützt Herz und Gefäße, auch bei Typ-1-Diabetes. Die hormonellen Umstellungen ziehen sich über mehrere Jahre hin. In der gesamten Zeit sollten Frauen ihren Blutzucker gut überwachen und den Langzeitblutzucker HbA1c möglichst unter 7 bis 7,5 Prozent halten.

Nach den Wechseljahren bleibt die geringere Insulinempfindlichkeit in der Regel erhalten und der Insulinbedarf erhöht. Auch bei Männern kann sich durch einen sinkenden Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter eine Insulinresistenz verstärken und höhere Insulindosierungen erforderlich machen.

Menschen mit Typ-1-Diabetes entwickeln dann mitunter Merkmale eines Typ-2-Diabetes. Diabetologen sprechen vom sogenannten »double diabetes« (Doppel-Diabetes). Das Risiko besteht, wenn sich zum Typ-1-Diabetes mindestens ein Kennzeichen des metabolischen Syndroms gesellt wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörung oder Bluthochdruck.

Sinnvoll ist auch der Hinweis, dass Wechseljahresbeschwerden wie Herzrasen, Hitzewallungen oder Schweißausbrüche mit Zeichen einer Unterzuckerung verwechselt werden können. Auch deshalb sind häufigere Blutzuckerkontrollen in der Zeit der hormonellen Umstellung sinnvoll.

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