| Barbara Döring |
| 10.03.2026 12:00 Uhr |
Auch nach den Wechseljahren ist mitunter eine Anpassung der Diabetestherapie sinnvoll. So sollte man ältere Menschen so wenig wie möglich dem Risiko für Unterzuckerungen aussetzen. Mögliche Folgen sind Stürze, schwere Unterzuckerungen können das Herz belasten und die Entwicklung einer Demenz fördern.
Auch in Deutschland empfehlen die Fachgesellschaften höhere Zielwerte für alte Menschen, wobei beim Langzeitblutzucker nicht unbedingt der Zielkorridor von 6,5 bis 7,5 Prozent erreicht werden soll, sondern durchaus das obere Ende von 7,5 Prozent oder abhängig von der Komorbidität und dem Hypoglykämie-Risiko sogar höhere Werte ausgeschöpft werden dürfen.
Die Diabetesversorgung ließe sich weiter optimieren, wenn bei der Therapie der Menstruationszyklus und der hormonelle Status mit einbezogen würden. Darauf wies die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf dem DDG-Kongress im vergangenen Jahr in Berlin hin. Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede gewinnen in der Medizin zunehmend an Bedeutung. »Nur wenn wir das Geschlecht als medizinischen Einflussfaktor anerkennen, können wir Menschen mit Diabetes bedarfsgerecht behandeln«, sagte die DDG-Präsidentin Professor Dr. Julia Szendrödi.
Bei der sensorintegrierten Pumpentherapie wird der Insulinbedarf automatisch an hormonbedingte Schwankungen angepasst. Auch bei der Programmierung von Insulinpumpen könnten Hersteller in Zukunft die Zyklusphasen berücksichtigen. Für Diabetikerinnen kann das Wissen, dass sie nicht selbst für die schwankenden Blutzuckerwerte verantwortlich sind, außerdem sehr entlastend sein.
Für Typ-1-Diabetiker und deren Eltern ist es wichtig zu wissen, dass Geschlechtshormone die Wirkung von Insulin beeinflussen. In Zeiten hormoneller Veränderungen kann deshalb der Blutzucker intensiver schwanken. Dann ist es besonders wichtig, ihn regelmäßig zu kontrollieren und den Insulinbedarf entsprechend anzupassen. Dazu gehört auch der enge Austausch mit dem behandelnden Diabetologen.