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Druck und Überlastung
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Wie kann man besser mit Stress umgehen?

Stress gehört für die meisten Menschen zum Alltag dazu. Phasen der besonderen Anspannung sind an sich nicht ungesund und können auch beflügeln – wichtig ist aber, dass darauf Phasen der Erholung folgen.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 13.12.2024  15:00 Uhr

Perspektivwechsel

Als eine fast immer nützliche Strategie im Alltagsstress empfiehlt sie überdies, einfach mal das Worst-Case-Szenario durchzuspielen. »Was ist das Schlimmste, was hier jetzt passieren kann? Und wie schlimm ist das wirklich?« Das helfe fast immer. Ebenso wie ein Perspektivwechsel: »Was würde ich einem guten Freund in dieser Situation raten?« Oder nicht zuletzt ein Annehmen der – im Augenblick nicht zu ändernden – Realität: »Es ist jetzt, wie es ist. Der Stau ist da, das neue Betriebssystem wird eingeführt, die Kollegin krank. Es bringt nichts, sich darüber aufzuregen.« Allerdings brauche es viel Training, Zeit und Geduld, sich in solch mentalem Stressmanagement zu üben.

Medikamente sollten nur eingesetzt werden, wenn sich körperliche und psychische Erkrankungen entwickelt haben, die auch einer medikamentösen Behandlung bedürfen, betont Kunitz. »Sie sind auf keinen Fall präventiv anzuwenden.« Selbst wenn Stress zu psychischen Erkrankungen wie Angsterkrankungen und Depression geführt habe, sei zunächst an eine kognitive Verhaltenstherapie und dann erst an Medikamente zu denken – diese würden nach Abwägung mit dem Hausarzt oder Psychiater vor allem bei schweren Krankheitsausprägungen unterstützend eingesetzt.

Ladwig warnt: „Viele Ärzte verschreiben diese Medikamente jahrelang, und die Patienten schlucken sie. Der Wirkstoff Diazepam beispielsweise beruhigt zwar, aber die Konflikte werden verdeckt, die Probleme werden nicht gelöst.« Viele Menschen, die Beruhigungsmedikamente einnähmen, fühlten sich zudem matt und benommen, Aufmerksamkeit und Konzentration seien verringert. Schlimmer noch: Schon nach wenigen Wochen könne man von diesen Medikamenten abhängig werden. Deshalb sollte die Dosis schon frühzeitig schrittweise reduziert werden. Denn auf Dauer gilt: »Mit Medikamenten lässt sich das Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung, das wir für unser Leben brauchen, nicht erreichen.«

Last, but not least: Wer Stresssymptome hat, die mit einem klassischen Stressbewältigungstraining in Eigenregie nicht verschwinden, sollte unbedingt auch den Hausarzt konsultieren. Er kann organische Ursachen ausschließen oder bei Bedarf auch an Experten weitervermitteln.

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