PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Koscher, Halal und mehr
-
Wie Religion die Ernährung mitgestaltet

Essen ist nicht nur Ausdruck von geschmacklichen Vorlieben, Persönlichkeit oder gesundheitlichen Aspekten. Auch der Glaube spiegelt sich oft auf dem Teller wider. So gut wie jede Religion hat ihre eigenen Speisevorschriften. Sich daran zu halten, ist Zeichen von Zugehörigkeit und einem gottgefälligen Leben.
AutorKontaktInka Stonjek
Datum 28.06.2022  12:00 Uhr

Achtsamkeit im Buddhismus

Siddhartha Gautama (circa 563 bis 483 v. Chr.) stellte viele Grundlagen des Hinduismus infrage. Er stellte fest, dass alles auf der Welt vergänglich ist und Menschen unzufrieden sind und leiden. Es heißt, dass Siddharta sich unter einen Baum setzte und mehrere Tage und Nächte darüber nachdachte. Er versank tief in seinen Gedanken, meditierte und fand darin die Erleuchtung – also einen Weg, Weisheit und Gelassenheit zu entwickeln, um in den großen und kleinen Stürmen des Lebens den Kurs halten zu können und Frieden zu finden.

Seitdem wurde er Buddha (»der Erleuchtete«) genannt und zu einem spirituellen Vorbild vieler Menschen. Heute ist der Buddhismus mit fast 300 Millionen Anhängern die viertgrößte Religion der Welt. Die größte Zahl Anhänger ist in Süd- und Ostasien zu finden, insbesondere in Japan, Thailand und Burma. In Deutschland leben der Buddhistischen Union zufolge rund 200.000 praktizierende Buddhisten.

Buddhisten sollen nur so lange essen, bis ihr Hunger gestillt ist. Lebensmittel dürfen nicht vergeudet oder weggeworfen und kein Tier nur um des Essens willen getötet werden. Auch wenn Fleischverzehr in den meisten buddhistischen Strömungen nicht grundsätzlich abgelehnt wird, leben viele Buddhisten vegetarisch, um keinem Tier Leid zuzufügen und damit ihr Karma zu schädigen. Die Begründung für die vegetarische Lebensweise liegt in der Annahme, dass jedes fühlende Wesen einen Buddha in sich tragen könnte. Somit könnte durch den Genuss von Fleisch möglicherweise ein zukünftiger Buddha getötet werden.

Es gibt aber eine Ausnahme: Wird ein Buddhist zum Essen eingeladen und ein Fleischgericht serviert, sollte er nach Buddhas Worten den Gastgeber nicht verletzen und beherzt zugreifen. In abgewandelter Form gilt das auch für buddhistische Mönche: Sie dürfen ihr Essen und Trinken ausschließlich erbetteln und keine Nahrungsmittel ablehnen, die ihnen angeboten werden.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa