| Verena Schmidt |
| 02.09.2026 12:00 Uhr |
Dass diese Zitrone ungenießbar ist, ist klar. Doch beim Umgang mit weniger stark verschimmelten Lebensmitteln sind Verbraucher oft unsicher, wie eine Umfrage zeigt. / © Getty Images/Massimo Ravera
Schimmelpilze kommen fast überall in der Natur vor. Unter geeigneten Bedingungen können sie Mykotoxine bilden. Diese können, je nachdem, wie häufig und in welchen Mengen sie verzehrt werden, beim Menschen etwa Magen-Darm-Probleme verursachen, aber auch Leberschäden bedingen und das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen.
Kontaminationen von Lebensmitteln ließen sich nicht immer vermeiden, erläutert BfR-Präsident Professor Dr. Andreas Hensel. »Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man die gesundheitlichen Risiken im eigenen Haushalt so weit wie möglich senken kann. Dazu gehört auch, Lebensmittel sauber und trocken zu lagern, verschimmelte Lebensmittel vollständig zu entsorgen und Gewürze rasch zu verbrauchen.«
Eine repräsentative Online-Umfrage des BfR mit 1000 Teilnehmenden ab 16 Jahren zeigt, dass es beim Thema verschimmelte Lebensmittel noch Wissenslücken gibt. 40,1 Prozent der Befragten gaben an, sich zu den gesundheitlichen Risiken von Schimmelpilzgiften eher oder sehr schlecht informiert zu fühlen. Zwar gaben 95 Prozent an, verschimmelte Lebensmittel sofort zu entsorgen. Spezifische Schutzmaßnahmen, zum Beispiel gelagertes Mehl und Getreide regelmäßig durchzuschütteln, waren dagegen nur 17 Prozent der Befragten bekannt. Weniger als die Hälfte der Befragten (46,9 Prozent) wusste zudem, dass Mykotoxine nicht durch starkes Erhitzen unschädlich gemacht werden können.
Verbesserungsbedarf gibt es auch beim Umgang mit bereits verschimmelten Lebensmitteln. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, bei verschimmeltem Obst oder Gemüse nur die betroffenen Stellen zu entfernen und den Rest zu verzehren. Laut BfR sollten verschimmelte Lebensmittel aber besser komplett entsorgt werden, da der Schimmel bereits tief in das betroffene Lebensmittel eingedrungen sein kann. Das gelte insbesondere bei wasserreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, aber auch bei Brot.
Viele Menschen wissen der Umfrage zufolge auch nicht, dass Lebensmittel auch »unsichtbare« Mykotoxine enthalten können. Ein Beispiel sind getrocknete Gewürze: Dass diese Schimmelpilzgifte enthalten können, ist nur knapp der Hälfte der Bevölkerung bewusst. Dass vegane Milchalternativen wie Mandel- und Haferdrinks oftmals Schimmelpilze enthalten – wie das BfR in einer Untersuchung herausgefunden hatte –, wissen nur 15 Prozent.