Die Markteinführung der sogenannten Abnehmtablette ist für heute, den 1 September geplant. / © Getty Images/Ekaterina Goncharova
Erstmals soll ein GLP-1-Medikament zum Abnehmen in Deutschland auch in Form von Tabletten in die Apotheken kommen. Als Abnehmspritze gibt es das Mittel mit dem Wirkstoff Semaglutid (Handelsname Wegovy) schon länger. Wichtige Aspekte im Überblick:
Die Markeinführung in Deutschland ist für 1 September geplant, wie eine Sprecherin des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. »Wir haben ausreichend Ware verfügbar, um die erwartete Nachfrage zu bedienen.« Novo Nordisk ist auch Hersteller von Abnehmspritzen. Die Europäische Union hatte die Zulassung für die Wegovy-Tabletten im Juli erteilt.
»Wir gehen von einer hohen Nachfrage aus, deshalb werden Apotheken ab 1 September auch ausreichend bevorratet sein, sofern der Hersteller rechtzeitig ausreichend Ware zur Verfügung stellt«, sagte Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wichtig sei es dann vor allem, die Patienten zur korrekten Anwendung, zu möglichen Nebenwirkungen sowie zu Besonderheiten der Einnahme zu beraten.
Die Abnehmmedikamente seien bei vielen Patientinnen und Patienten ein Thema, sagte Markus Blumenthal-Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes. Das liege auch an der großen medialen Präsenz. »Es ist immer gut, wenn sich die Menschen mit ihren Fragen direkt an uns Hausärztinnen und Hausärzte wenden, denn dann können wir im persönlichen Gespräch darüber aufklären, für wen das Medikament überhaupt infrage kommt, und welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen«, rät er.
Zugelassen sind die Tabletten für Menschen mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Betroffene brauchen dafür ein Rezept vom Arzt, einfach so bekommt man das Medikament in der Apotheke nicht. Die Kosten müssen Patientinnen und Patienten in Deutschland bislang selbst tragen. Denn: Abnehmmittel gelten in Deutschland als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel und sind daher keine Leistung der Krankenkasse.
Bislang kostet die Behandlung mit den Abnehmspritzen einige Hundert Euro pro Monat. Es gibt allerdings Diskussionen darüber, ob die Behandlung für bestimmte Patientengruppen mit Adipositas doch zur Kassenleistung werden sollte. Anders ist es bei Menschen mit Typ-2-Diabetes: Für sie wird die Behandlung mit Semaglutid unter dem Produktnamen Ozempic von den Krankenkassen übernommen.