Als Arzneipflanze dienen die kurz vor der Blüte geernteten, frischen oder getrockneten oberirdischen Teile von Lycopus europaeus L. und/oder Lycopus virginicus L. Die Droge stammt aus Wildsammlungen oder Kulturen osteuropäischer Länder. Ihre Hauptinhaltsstoffe sind Phenolcarbonsäuren mit Hydroxyzimt- und Kaffeesäurederivaten, Gerbstoffe, Lithospermsäure, Flavonoide, Diterpene und wenig ätherisches Öl. Als maßgeblich beteiligte Inhaltsstoffe gelten die Phenolcarbonsäuren sowie die Flavonoide.
*Studien deuten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe die Wirkung von Schilddrüsenmormonen modulieren können. Eine direkte Senkung des TSH-WERtes oder eine spezifische Bindung an den TSH-Rezeptor ist jedoch nicht belegt. Die leicht antithyreotrope Wirkung ergibt sich vielmehr daraus, dass die Schilddrüsenhormonwirkung im Zielgewebe gedämpft wird sowie aus vegetativ ausgleichenden Effekten. Dadurch können für eine leichte Schilddrüsenüberfunktion typischen Beschwerden gelindert werden, wie etwa Unruhe, Reizbarkeit, Angst, Schlafstörungen, Herzklopfen, Herzrasen und vermehrtes Schwitzen. Wolfstrappkraut wird heute als traditionell eingesetztes Phytotherapeutikum zur unterstützenden Behandlung einer leichten Hyperthyreose mit vegetativ-nervösen Störungen betrachtet.
Außerdem wirken Lycopus-Extrakte antigonadotrop, das heißt, sie hemmen die Bildung von Prolaktin, ein Hormon, das die Milchdrüsen in der Brust stimuliert, und lindern so zyklusbedingte Spannungen und Schmerzen in der Brustdrüse, die sogenannte prämenstruelle Mastodynie. Da die klinische Datenlage ist jedoch eher dünn. Für diese beiden Indikationen bewertete die Kommission E des früheren Bundesgesundheitsamtes das Wolfstrappkraut positiv.
*Wolfstrapp-Zubereitungen gibt es als Tee und Fertigarzneimittel sowie als homöopathisches Mittel. Ein Tee aus dem getrockneten Wolfstrappkraut wird traditionell zur Linderung vegetativ-nervöser Störungen bei leichter Schilddrüsenüberfunktion sowie bei zyklusabhängigen Spannungen und Schmerzen der Brustdrüse eingesetzt. Aufgrund schwankender Wirkstoffgehalte ist die Anwendung als Tee jedoch nur eingeschränkt empfehlenswert; bevorzugt werden standardisierte Fertigpräparate.
Zur Teebereitung wird ein gehäufter Teelöffel fein geschnittene Droge (etwa ein Gramm) mit einer Tasse heißem Wasser übergossen, zehn Minuten ziehen gelassen und dann abgesiebt. Die Tagesdosis von zwei Gramm Droge sollte nicht überschritten werden.