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»Herzkraut der Indianer«
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Wolfstrapp in der Medizin – früher und heute 

Schon im Mittelalter erwähnen die Autoren von Kräuter- und Heilpflanzen­büchern das Wolfstrappkraut. Doch erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts befassten sich Wissenschaftler mit der Pflanze. Dabei entdeckten sie ihre positive Wirkung auf Herz und Schilddrüse. Heute wird Wolfstrapp bei leichter Schilddrüsenüberfunktion und nervösen Herzbeschwerden eingesetzt.
AutorKontaktMonika Schulte-Löbbert | PTA-Forum
Datum 13.02.2026  12:00 Uhr

Dosierung und Anwendung

Da Patienten mit Hyperthyreose unter­schiedliche Schilddrüsenhormonspiegel als optimal empfinden, sind für die Dosierung der Droge oder des Extraktes allenfalls grobe Anhaltspunkte möglich. Zudem gilt es, Lebensalter und Körpergewicht zu berücksichtigen. Die Dosierung sollte sich an den Angaben des jeweiligen Fertigarzneimittels orientieren und bei Schilddrüsenerkrankungen vorzugsweise in ärztlicher Absprache erfolgen.

Nebenwirkungen bei bestimmungsgemäßer Anwendung selten 

Fertigpräparate sollten Patienten mit leichter Hyperthyreose nur auf ärztlichen Rat einnehmen. Für Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunk­tion (Hypothyreose) oder einer vergrößerten Schilddrüse ohne Funktionsstörung ist Wolfstrapp kontraindiziert. Dasselbe gilt für Schwangere und Stillende sowie für Kinder unter 12 Jahren.

*Eine gleichzeitige Einnahme von Wolfstrappkraut und Schilddrüsenhormonen (z. B. Levothyroxin) sollte nicht ohne ärztliche Kontrolle erfolgen, da sich die Wirkungen gegenseitig beeinflussen können. Vor einer Untersuchung der Schilddrüsenfunktion mittels Radioiod-Test oder Schilddrüsen-Szintigrafie sollte der behandelnde Arzt über die Einnahme von Wolfstrappkraut informiert werden, da das Untersuchungsergebnis verfälscht werden kann.

Zu den wenigen verfügbaren Fertigarzneimitteln zählen Monopräparate sowie Kombinationspräparate mit Wolfstrappkraut. Die Verfügbarkeit einzelner Präparate kann variieren.

Die Behandlung mit Wolfstrappkraut sollte mit niedriger Dosierung begonnen werden. Bei längerer Anwendung oder bei höheren Dosierungen sind regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenfunktion sinnvoll. In seltenen Fällen wurde bei langfristiger Einnahme über eine Zunahme des Schilddrüsenvolumens berichtet.

Amerikanischer Verwandter

Während in der Phytotherapie überwiegend der europäische Wolfstrapp eingesetzt wird, gelangt in der Homöopathie dagegen in erster Linie der vir­ginische Wolfstrapp zur Anwendung. Ausgangsstoff für das homöopathische Arzneimittel »Lycopus virginicus« ist die Urtinktur, die aus der frisch blühenden Pflanze gewonnen wird.

*In der homöopathischen Praxis wird Lycopus virginicus traditionell bei nervösen Herzbeschwerden und vegetativen Störungen im Zusammenhang mit innerer Unruhe eingesetzt. Dazu zählen unter anderem Angstzustände, inneres Zittern und ein beschleunigter Puls. Auch bei Beschwerden während des weiblichen Klimakteriums wird das Mittel in der Homöopathie empfohlen. Eine Anwendung bei immunologisch bedingten Schilddrüsenerkrankungen wie dem Morbus Basedow wird in der Homöopathie als begleitende Maßnahme beschrieben, ersetzt jedoch keine medizinisch notwendige Therapie.

Die Dosierung richtet sich nach den Empfehlungen der jeweiligen homöopathischen Schule und erfolgt häufig in niedrigen Potenzen wie D6. Das homöopathische Arzneimittel gilt in der Regel als gut verträglich; spezifische Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

*(aktualisiert am 13. 02. 2026)

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