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Cushing-Syndrom
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Zu viel Cortisol im Blut

Eine erhöhte Konzentration des Hormons Cortisol im Blutplasma kann körperliche Veränderungen wie Muskelschwäche, Zunahme am Bauch und im Gesicht oder Einblutungen in der Haut bewirken. Meist ist die Ursache eines solchen Cushing-Syndroms eine hoch dosierte Cortisontherapie. Aber auch Erkrankungen des Hormonsystems können entsprechende Symptome auslösen.
AutorKontaktBarbara Erbe
Datum 28.01.2022  12:00 Uhr

Dosis und Dauer entscheidend

In der Mehrheit der Fälle ist die Ursache für ein Cushing-Syndrom exogen: eine hoch dosierte Zufuhr von Glucocorticoiden über einen längeren Zeitraum im Rahmen einer medizinischen Behandlung. Bei der Abgabe von Cortisol-Präparaten ist es deshalb wichtig, dass PTA Dosis und Dauer der Anwendung mit den Kunden besprechen und auf die Gefahr einer Überdosierung hinweisen. Riskant seien nämlich nicht nur Tabletten und Injektionen, sondern je nach Dosis unter Umständen auch Nasensprays und Hautcremes, erläutert Petersenn. »Auch sie gehen zu einem geringen Anteil in den Stoffwechsel über.«

Ein wichtiges Kriterium ist die sogenannte Cushing-Schwelle. Sie bezeichnet die Dosis an verabreichten Glucocorticoiden, ab welcher Betroffene Cushing-Symptome entwickeln. Das Risiko, die Cushing-Schwelle bei einer Therapie zu überschreiten, ist, wie bereits erwähnt, auch von der Applikationsart abhängig. Beim Auftragen auf die Haut oder beim Inhalieren geht deutlich weniger Cortisol in den Stoffwechsel über als bei der Einnahme von Tabletten oder bei einer intravenösen Therapie.

Dazu kommt, dass auch zwischen den Wirkstoffen selbst erhebliche Unterschiede bestehen. Synthetische Glucocorticoide haben eine relativ stärkere Wirkung, sodass die Schwellendosis entsprechend niedriger liegt. »Während zum Beispiel Betamethason und Dexamethason eine Cushing-Schwelle von nur 1,5 mg/Tag haben und Prednison eine von etwa 7,5 mg/Tag, liegt die Schwelle für das konventionelle Cortisol bei circa 30 mg/Tag«, erklärt Endokrinologe Petersenn. Wichtig: Menschen, die dauerhaft auf eine Behandlung mit Cortisol angewiesen sind, sollten regelmäßig Blutzucker und Blutdruck kontrollieren lassen und auch ihr Osteoporose-Risiko beachten.

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