PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Akutmaßnahmen
-
Alles, was bei Sonnenbrand beruhigt

Auf dem Liegestuhl eingeschlafen oder beim schweißtreibenden Tennismatch vergessen, die Sonnencreme erneut aufzutragen: Manchmal passiert es eben doch und ein fieser Sonnenbrand kann die Quittung sein. Was dimmt Schmerzen, Rötung und erhitzte Haut dann am besten runter? Die besten Akutmaßnahmen für die Beratung.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 21.05.2026  16:00 Uhr

»Viel und schnell.« Dermatologie-Professorin Dr. Christiane Bayerl empfiehlt als Erste Hilfe nicht steroidale Antiphlogistika, etwa Acetylsalicylsäure 2 x 500 mg/d, Diclofenac 3 x 50 mg/d oder Naproxen 3 x 500 mg/d, und zwar möglichst innerhalb der ersten sechs Stunden. »Die Prostaglandinwerte steigen in den ersten Stunden messbar an. Wer zu lange mit der Einnahme wartet, hat keinen Effekt mehr gegen die Entzündung, sondern nur noch gegen den Schmerz«, erklärt die Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Kliniken Wiesbaden.

»Die Zellschäden, die durch den Sonnenschaden entstanden sind und auf das Hautkrebsrisiko einzahlen, lassen sich dadurch natürlich nicht ungeschehen machen.« Noch mehr Belastung durch UV-Strahlung kann die angegriffene Haut auch nicht gebrauchen. Daher rät die Dermatologin: »Am besten nicht nur in den Schatten gehen, sondern ins Haus.« Bilden sich Blasen oder kommen Beschwerden wie Fieber oder Kreislaufprobleme hinzu, ist der Besuch beim Arzt angezeigt.

Neben der Arzneimitteleinnahme sind auch klassische Hausmittel ein probates Hilfsmittel, wenn die Haut brennt. So kann wie bei allen Verbrennungen leichteren Grades das betroffene Hautareal mit kaltfeuchten Umschlägen gekühlt werden. Dazu Baumwolltücher in kaltes oder höchstens lauwarmes Wasser von etwa 32 bis 35 °C legen. Bei Hautdefekten – eventuelle Blasen sollten nicht aufgestochen werden – das Wasser vorher abkochen und erkalten lassen. Eventuell mit einem Teeaufguss aus Schachtelhalmkraut, schwarzem Tee oder Badezusätzen aus synthetischen Gerbstoffen (wie Tannolact® 40 Badezusatz, Tannosynt® flüssig) tränken.

Wenn Eis oder Cold-Packs zur Kühlung verwendet werden, dann bitte mit einem Baumwolltuch umwickeln. Der mitunter empfohlene Quark ist nicht geeignet, da es aufgrund der enthaltenen Bakterien zu Infektionen kommen könnte. Und enthaltene Eiweißstoffe können auf der geschwächten Haut zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen.

Viel Feuchte, wenig Fett

Damit die Haut nicht austrocknet, sollte sie danach immer wieder mit einer Zubereitung auf O/W-Basis versorgt werden. Sie kühlt durch ihre Verdunstungskälte, und die enthaltenen Lipide (am besten mit Ceramiden) stellen die Barrierefunktion der Haut wieder her. Sprays (wie Curél® Ceramid Spray, Bepanthen® kühlendes Schaumspray, Panthenol Jojoba Spray) sind für diese Indikation von Vorteil, weil der Kontakt mit der entzündeten und berührungsempfindlichen Haut vermieden werden kann.

Abzuraten ist von Zubereitungen mit hohem Fettanteil; der entstehende Wärmestau würde die Entzündung nur fördern. Auch Après-Sun-Präparate sind in diesem Stadium ungeeignet; sie enthalten oft Duftstoffe, was die Haut zusätzlich irritieren könnte. Ein Geheimtipp aus der Apotheke und schon vielfach erprobt: Der ethanolische Frischpflanzenauszug aus Arnica montana zusammen mit der Urtinktur des Krautes der Kleinen Brennnessel (Combudoron® Gel von Weleda) lindert den Hitzeschmerz und reguliert Entzündungen.

OTC-Feuerlöscher

Um die lokalen Schmerzen örtlich zu betäuben, sind Lotionen etwa mit Polidocanol (wie Anaesthesulf® Lotio) oder Gerbstoffen (wie Tannolact® Lotio, Tannosynt® Lotio) zu empfehlen. Polidocanol (Thesit) ist weniger sensibilisierend als andere synthetische Lokalanästhetika.

Ob die Anwendung topischer Antihistaminika sinnvoll ist, ist fraglich. Dimetinden oder Bamipin (wie Fenistil® Gel, Soventol® Gel) wirken beim Sonnenbrand nur in der ersten Phase des sich entwickelnden Erythems. Da die klassische Sonnenbrandreaktion jedoch einige Stunden verzögert auftritt, dürfte es für den Einsatz dieser Topika etwas zu spät sein. Sinnvoll sind Antihistaminika jedoch, um den starken Juckreiz bei einer polymorphen Lichtdermatose oder der Mallorca-Akne zu lindern (auch oral).

Besser geeignet sind dagegen Hydrocortison-haltige Cremes, Sprays oder Lotionen (wie Hydrogalen® akut Creme, Soventol® HydroCort 0,5%, Ebenol® 0,5% Spray). Im Gesicht ist die Haut dünner beziehungsweise das Stratum corneum schmaler, sodass der Arzneistoff schneller und stärker resorbiert wird. Deshalb dort besser nur 0,25-prozentige Präparate auftragen.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa