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Ernährung der Zukunft
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Alternative Proteinquellen unter der Lupe

Traditionell stammen die meisten Proteine in unserer Ernährung aus tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Doch die Weltbevölkerung wächst und der hohe Konsum tierischer Produkte belastet das Klima. Nachhaltige, alternative Eiweißquellen werden daher immer wichtiger – sowohl als Ergänzung als auch langfristig als mögliche Alternative.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 27.01.2026  10:00 Uhr

Neben den bekannten pflanzlichen Proteinen aus Hülsenfrüchten, Soja oder Lupinen rücken zunehmend auch neuartige Quellen in den Fokus. Als eine der interessantesten »neuen« Proteinquellen gelten aktuell Insekten – auch wenn die Vorstellung von der Made auf dem Teller bei vielen Deutschen Ekel hervorrufen dürfte. Wirklich neu ist das Verspeisen von Mehlwürmern, Grillen oder Käfern allerdings nicht. Insekten werden in vielen Teilen der Welt regelmäßig und in größeren Mengen verspeist. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) landen weltweit rund 1900 verschiedene Insektenarten auf dem Teller.

In der Europäischen Union ist die Auswahl noch begrenzt. Hier sind derzeit vier Insektenarten als neuartige Lebensmittel (Novel Food) zugelassen:

  • Gelber/Großer Mehlwurm/Mehlkäfer-Larven (Tenebrio molitor),
  • Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria),
  • Hausgrille/Heimchen (Acheta domesticus) sowie
  • Kleiner Mehlwurm/Getreideschimmelkäfer-Larven (Alphitobius diaperinus).

Je nach Zulassung sind die Insekten in getrockneter, gefrorener, pastenartiger oder pulverisierter Form im Handel oder sie werden in bestimmten Produkten wie Nudeln oder Proteinriegeln verarbeitet. Insekten sind gut verdaulich und liefern ähnlich viel Protein wie Rind-, Schweine- oder Putenfleisch – mit allen essenziellen Aminosäuren. Sie sind außerdem eine gute Quelle für ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren und reich an Mikronährstoffen wie Eisen, Zink und Vitamin B12. Aktuell sind laut der deutschen Verbraucherzentrale auf dem deutschen Markt allerdings vorwiegend Produkte erhältlich, in denen nur geringe Mengen enthalten sind. Viele Insektenprodukte wie etwa Riegel sind zudem hoch verarbeitet und damit nicht unbedingt gesund.

Wichtig für Verbraucher: Lebensmittel, die Insekten enthalten, müssen klar und verständlich gekennzeichnet sein. Neben dem lateinischen muss auf der Verpackung zusätzlich immer auch der geläufige Name gelistet sein, also etwa bei Grillen »Heimchen – Acheta domesticus«. Wichtig ist das auch aufgrund des Allergiepotenzials: Bei Menschen mit Allergie auf Krebstiere oder Hausstaubmilben könnten aufgrund einer Kreuzallergie auch beim Verzehr von Insektenprodukten allergische Symptome auftreten, da diese Chitin beziehungsweise das Muskelprotein Tropomyosin enthalten. Bisher schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen das Allergierisiko beim Verzehr von Insekten jedoch als »eher gering« ein.

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