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Globale Fahndung
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Auf der Suche nach Covid-19-Medikamenten

Weltweit suchen Wissenschaftler nach Medikamenten, die gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und bei der Erkrankung Covid-19 wirken. Noch fehlt eine wirklich scharfe Waffe gegen das Virus. Die Chancen, dass sich dies in Zukunft ändert, stehen aber gut. Erfreulicherweise gibt es sehr viele unterschiedliche Ideen, wie man dem Virus und der Erkrankung entgegentreten will.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 14.12.2020  12:30 Uhr

Arznei-Fundus nutzen

Auch das Wirkprinzip von APN01 ist interessant. SARS-CoV-2 nutzt das Protein Angiotensin-Converting-Enzym (ACE2) als Corezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen, um in diese einzutreten. APN01 gaukelt dem Virus vor, es sei die Eintrittspforte zur Zelle. Statt an den Corezeptor auf der Zelloberfläche zu binden, docken die Viren an den Arzneistoffkandidaten – ein rekombinantes humanes ACE2 – an.

Wiederum ein anderes Target weisen zwei weitere Kandidaten auf: Sowohl Nafamostat als auch Camostat hemmen das Enzym transmembranäre Serinprotease 2. SARS-CoV-2 benötigt dieses im menschlichen Körper vorhandene Enzym, um in die Zelle einzudringen. Beide Arzneistoffe sind schon seit vielen Jahren, vor allem in Asien, bekannt.

Auch hierzulande sehr gut bekannt sind Famotidin und Ivermectin. In Megadosen als Infusion verabreicht wurde das Magenmittel Famotidin vor einigen Monaten als Covid-19-Medikament ins Spiel gebracht. Es soll mit hoher Wahrscheinlichkeit an das virale Enzym Papain-ähnliche Protease binden und so die Virusvermehrung hemmen. Beim Antiparasitikum Ivermectin wird vermutet, dass es den Import von Virusproteinen in den Zellkern blockiert und dass dieser Mechanismus auch bei SARS-CoV-2 zum Tragen kommt.

Bei den Covid-19-Studien sind mehrere zu finden, die ein Interferon unter die Lupe nehmen. Interferone sind wichtige Botenstoffe, die selbst nicht antiviral wirksam sind, aber die Produktion von antiviral wirksamen Proteinen induzieren. Sie helfen dem Immunsystem somit, Erreger zu erkennen und zu eliminieren. Getestet werden zum Beispiel verschiedene Alpha- und Beta-Interferone.

Als Autophagie bezeichnet man den Prozess, den Zellen nutzen, um beschädigtes Material und Abfallprodukte abzubauen. Auch Bestandteile von Krankheitserregern wie Viren werden als Abfallprodukte erkannt und entsorgt. SARS-CoV-2 gelingt es offenbar, diese Mechanismen zu torpedieren. Mithilfe von Autophagie-Boostern wie dem Bandwurmmittel Niclosamid oder Spermidin will man dies rückgängig machen.

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