| Juliane Brüggen |
| 09.09.2026 13:00 Uhr |
Die Teilnehmenden waren sich laut Adexa in vielen Punkten zur Weiterqualifizierung einig. / © Adexa
»Abgesehen von einem anschließenden Pharmaziestudium gibt es für PTA kaum Möglichkeiten, sich gezielt weiterzuqualifizieren und damit auch beim Gehalt spürbar voranzukommen«, schreibt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. »Diese fehlenden Entwicklungsperspektiven sind ein Grund dafür, dass PTA den Beruf verlassen und zugleich zu wenig Nachwuchs nachkommt.« Die Diskussion um das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) habe aber gezeigt, dass der Wunsch nach einer »echten beruflichen Entwicklungsperspektive für PTA« tragfähig sei – nicht nur vonseiten der PTA selbst, sondern auch von Schulen, Apotheken und Berufspolitik.
Um zu diskutieren, wie eine Weiterqualifizierung für PTA tatsächlich aussehen könnte, veranstaltete die Adexa am 1. September 2026 einen Runden Tisch in Hamburg. »Im offenen Austausch wurden erste Ideen zusammengetragen und verschiedene Ansätze für eine künftige PTA-Weiterqualifizierung diskutiert«, so die Gewerkschaft. Mit dabei waren demnach Vertreterinnen und Vertreter von PTA-Schulen, der Bundesapothekerkammer (BAK), der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG), des Bundesverbands Pharmazeutisch-technischer Assistent:innen (BVpta) und des Deutschen Apotheker Verlags.
Bei den möglichen Eckpunkten seien sich die Teilnehmenden überwiegend einig gewesen. Demnach sollte die Weiterqualifizierung nach Ansicht der Runde
»Sie sollte auf der bestehenden PTA-Ausbildung aufbauen, vorhandene Kompetenzen vertiefen und gezielt zusätzliche Kompetenzen vermitteln«, so die Adexa. Erstmals seien auch Zugangsvoraussetzungen und mögliche Inhalte diskutiert worden, die jedoch noch geprüft und weiter konkretisiert werden müssten.
Die Runde überlegte zudem, wie das Angebot für PTA und Apotheken gleichermaßen attraktiv gestaltet werden könne und welche Förder- und Unterstützungsangebote infrage kämen. Adexa: »Im Mittelpunkt standen zwei Fragen: Wie lässt sich eine Weiterqualifizierung für PTA finanziell und zeitlich so gestalten, dass sie berufsbegleitend tatsächlich machbar ist? Und welchen zusätzlichen Nutzen könnten entsprechend qualifizierte PTA für Apotheken bieten, der perspektivisch auch eine höhere Vergütung rechtfertigt?« Dabei sei deutlich geworden, wie wichtig unterschiedliche Perspektiven bei der Entwicklung eines Konzepts sind.
Der Runde Tisch sei als Auftakt für den »begonnenen Prozess« zu verstehen – die weitere Federführung werde die Bundesapothekerkammer übernehmen und eine entsprechende Arbeitsgruppe einrichten. Die Erkenntnisse aus dem Treffen sollen laut Adexa einfließen und Vertreterinnen und Vertreter der Diskussionsrunde weiterhin beteiligt bleiben. »Die Teilnehmenden sehen darin eine gute Gelegenheit, insbesondere die praxisnahe fachliche und methodische Perspektive der PTA-Schulen in den weiteren, von der BAK koordinierten Prozess einzubringen«, so die Gewerkschaft.
»Der Runde Tisch hat gezeigt, wie viel Rückenwind es für eine PTA-Weiterqualifizierung gibt«, resümiert auch Adexa-Bundesvorstand Andreas May. »Besonders erfreulich war, dass die Vorstellungen bei vielen grundlegenden Fragen bereits nah beieinanderlagen. Gleichzeitig stehen wir noch ganz am Anfang des Prozesses. Jetzt geht es darum, die gesammelten Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln und zu prüfen, was sich davon sinnvoll umsetzen lässt. Wir freuen uns deshalb, dass die BAK den Dialog fortführen wird.«