Akne-Patienten können aufgrund von Lieferengpässen derzeit nur sehr eingeschränkt mit Isotretinoin-Weichkapseln versorgt werden. / © Getty Images/Predrag Popovski
Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind zahlreiche Lieferengpässe von Akne-Präparaten mit Isotretinoin gelistet – einige werden voraussichtlich bis Jahresende andauern. Betroffen sind alle Packungsgrößen. Als Gründe nennen die Unternehmen unzureichende Produktionskapazitäten sowie eine erhöhte Nachfrage.
Tipp: Um dennoch die Patientinnen und Patienten versorgen zu können, kann Stückeln und die Abgabe von Teilmengen eine Alternative sein – auch wenn auf einen anderen Hersteller aut-idem-konform ausgetauscht wird. Daneben ist der Bezug aus dem europäischen Ausland meist möglich.
Ob die erhöhte Nachfrage mit einem derzeitigen Social-Media-Hype zusammenhängt, lässt sich nur schwerlich eruieren. Doch boomt in der Ästhetik- und Anti-Aging-Szene seit geraumer Zeit die niedrig dosierte Isotretinoin-Gabe von 5 mg bis 20 mg ein- bis zweimal pro Woche – um faltenfrei mit dem gewissen Glow in die Kamera lächeln zu können. Bei Instagram und TikTok gibt es zahlreiche Vorher-Nachher-Posts zum Isotretinoin-Low-Dosing – eben auch von Hollywood-Größen. So richtig Fahrt nahm der Trend auf, als Reality-Star Kendall Jenner über ihr Beauty-Geheimnis sprach.
Dabei nutzt man gewissermaßen eine angenehme Nebenwirkung Vitamin-A-Säure-(Tretinoin-)haltiger Präparate aus: Sie regen nachweislich die Kollagenbildung (Stichwort »Collagen Banking«) an, setzen die Faltentiefe herab, verbessern die Verbindung zwischen Epidermis/Dermis und wirken aufhellend.
Das Vitamin-A-Derivat Isotretinoin ist derzeit das potenteste Akne-Therapeutikum. Mit ihm lässt sich vor allem die erhöhte Differenzierungsrate der talgproduzierenden Zellen effektiv einstellen, indem der entsprechende Rezeptor gehemmt wird. Aufgrund seiner teratogenen Wirkung müssen Frauen im gebärfähigen Alter konsequent verhüten.