| Barbara Döring |
| 08.09.2026 08:00 Uhr |
Sind die Nägel verfärbt? Braune oder schwarze unklare Veränderungen sollten Betroffene ärztlich abklären lassen. / © Getty Images/ Tatiana Foxy
Finger- und Zehennägel sind in der Regel zartrosa gefärbt. Treten Verfärbungen auf, kann das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Manchmal sind sie aber völlig harmlos, etwa kleine weiße Flecken, die auf einen Lufteinschluss zurückzuführen sind. Sie können beim Wachstum der Nägel entstehen und wachsen auch wieder von selbst heraus.
Aufmerksam sollten Betroffene jedoch werden, wenn Nägel bräunliche Verfärbungen zeigen. In etwa der Hälfte der Fälle von Nagelveränderungen steckt ein Nagelpilz dahinter. Er kann unbehandelt den Nagel zerstören und auf andere Nägel übergreifen. Betroffene sollten einen Arzt aufsuchen, bevor es so weit kommt. Meist beginnen die unregelmäßig begrenzten Verfärbungen an einer Ecke des freien Nagelendes. Neben bräunlichen Verfärbungen entwickelt der Nagel bei einem Pilzbefall auch strukturelle Veränderungen. Der Nagel kann sich verdicken, vom Nagelbett lösen und darunter eine krümelige Hornmasse bilden.
Sind weniger als zwei Drittel eines Nagels betroffen, helfen spezielle Nagellacke gegen den Pilzbefall (wie Ciclopoli® gegen Nagelpilz, Loceryl® Nagellack, Canesten® Extra Nagelset). Sind bereits große Bereiche der Nägel befallen, lässt sich der Pilz nur noch schwer mit lokalen Therapeutika behandeln und es kann eine systemische Therapie erforderlich werden.
Nicht nur die meist eher hellbraunen Veränderungen bei Nagelpilz sollten Betroffene ärztlich abklären lassen. Bei dunkelbraunen bis schwarzen Flecken oder streifenförmigen Verfärbungen ist das ebenfalls gefordert. Zwar kann es sich um harmlose Muttermale handeln, aber auch um einen schwarzen Hautkrebs (Melanom).
Bräunliche Verfärbungen zeigen sich auch bei Milchglasnägeln. Das auch als Terry-Nägel bezeichnete, seltene Phänomen, kann bei schweren Vorerkrankungen wie einer Leberzirrhose, Niereninsuffizienz oder Herzinsuffizienz auftreten. Dabei sind die Nägel intensiv weiß gefärbt und von einem dünnen braunen, manchmal auch rosafarbenen Rand umgeben. Milchglasnägel stellen ein kosmetisches Problem dar, eine direkte Therapie gibt es nicht. Die Grunderkrankung sollte adäquat behandelt werden.
Manchmal kann eine Nagelverfärbung wie mit dem Pinsel gezeichnet wirken. Das ist bei Melanonychia striata mitunter der Fall. Dabei zeigen sich braune, graue oder schwarze Linien auf der Nagelplatte, die von der Nagelbasis bis zur Spitze reichen. Verursacht werden sie durch das Hautpigment Melanin. Bei dunkelhäutigen Menschen sind diese Linien in den meisten Fällen eine normale Färbung. Manchmal können sie jedoch ein frühes Zeichen einer Krebserkrankung sein, vor allem eines Melanoms. Es entsteht aus Pigmentzellen des Nagels bildenden Gewebes. Bei Verdacht auf ein Melanom wird in der Regel eine Biopsie der Nagelmatrix durchgeführt.
Weitere mögliche Ursachen sind Muttermale, Nagelverletzungen sowie Grunderkrankungen wie Morbus Addison, Hyperthyreose, HIV-Infektion oder in manchen Fällen auch Nierenerkrankungen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika, Antimalariamittel, Antikonvulsiva, Zytostatika oder Virustatika sind als Auslöser der Verfärbungen bekannt.
Dunkelbraun bis schwarz verfärbt sich ein Nagel oft auch, wenn versehentlich der Hammer verrutscht ist und auf dem Fingernagel landet oder der Nagel stark eingeklemmt wurde. Durch Schläge oder Quetschungen kann unter dem Nagel ein Bluterguss entstehen, der jedoch mit der Zeit hinauswächst. Manchmal erscheinen die Nägel bräunlich oder gelblich, wenn über längere Zeit roter Nagellack verwendet wurde. Die intensiven Farbpigmente können bis in die Nagelplatte eindringen und zu Verfärbungen führen, die jedoch nicht gefährlich, sondern ein rein kosmetisches Problem sind. Einen Unterlack zu verwenden kann solche Farbveränderungen verhindern.