Ach, so weit ist es doch nicht zum anderen Seeufer! Ursache vieler Badeunfälle ist ein »Missverhältnis zwischen der eigenen Kondition und der Schwimmstrecke, die bewältigt werden muss«, wie Paatz es nennt. Mit der Zeit stellt sich Erschöpfung ein – und die wird, wenn man keinen Boden unter den Füßen hat, rasch gefährlich.
Sein Tipp lautet daher: parallel zum Ufer schwimmen. »Dort kann man auch sehr viel Strecke machen und sich herausfordern, ohne per se weit rauszuschwimmen.«
Wer in der Mitte des Badesees langsam merkt, dass die Kräfte schwinden oder er oder sie sich nicht gut fühlt, macht am besten schon so früh wie möglich mit Hilferufen und Handzeichen auf sich aufmerksam. »Man muss dafür noch nicht akut in Gefahr sein. Es reicht, dass die Kräfte nachlassen und man absehen kann, dass man künftig womöglich Hilfe braucht«, stellt Andreas Paatz klar.
Zieht ein Gewitter heran, ist es vorbei mit dem Baden. Denn schlägt ein Blitz in das Wasser ein, verteilt sich der Strom laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) über eine große Fläche. Sogar mehr als 100 Meter vom Einschlagsort entfernt können noch Ströme fließen, die bei Schwimmerinnen und Schwimmern einen Schock auslösen können. Dann besteht das Risiko des Ertrinkens.
Gleiches gilt für einen starken Sommerregen: Für den DRK-Fachmann Andreas Paatz ist es keine gute Idee, im Wasser zu bleiben. Treffen die Tropfen auf die Wasseroberfläche, kann sich dort ein feines Wasser-Luft-Gemisch bilden. Das erschwert die Atmung, kann zum Verschlucken und damit zu gefährlichen Situationen führen.