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Häufige Todesursache
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Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute

Obwohl ein Herzinfarkt heute gut behandelbar ist, zählt er nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Denn die Symptome werden von vielen Betroffenen zunächst nicht richtig gedeutet. Dadurch vergeht wertvolle Zeit bis zum Behandlungsbeginn, in der das Herzmuskelgewebe unwiederbringlich abstirbt und ein tödliches Kammerflimmern auftreten kann.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 18.09.2023  12:30 Uhr

Nicht immer eindeutig

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, die im Auftrag der Deutschen Herzstiftung durchgeführt wurde, gaben 78 Prozent der Befragten an, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Notruf zu alarmieren. In der Realität bietet sich Medizinern jedoch häufig ein anderes Bild. Eine Studie des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München zeigt: Bei Männern vergehen im Durchschnitt 3,5 Stunden, bei Frauen 4,5 Stunden, bis sie eine Notaufnahme erreichen. Grund dafür ist die breite Spannbreite möglicher Symptome.

Klassischerweise beginnt ein Herzinfarkt plötzlich, mit starken Schmerzen, die überwiegend im Brustkorb oder ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten. Der Schmerz ist so stark, dass Betroffene ihn als unerträglich bis vernichtend beschreiben. Er kann in andere Körperbereiche wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen und hält länger als 5 Minuten an. Menschen mit klassischen Herzinfarktsymptomen spüren ausgeprägte Angst, die Gesichtshaut kann blass sein und kalter Schweiß auftreten.

Ein Herzinfarkt mit klassischen Symptomen wird in der Regel schnell als Notfall erkannt und der Rettungsdienst alarmiert. Anders sieht es aus, wenn die Beschwerden weniger stark ausfallen. Viele Frauen bemerken statt der starken Brustschmerzen eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust. Als weitere Symptome können Kurzatmigkeit oder Atemnot, Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit oder Depressionen auftreten. Auch Männer im hohen Alter spüren den klassischen, plötzlichen Brustschmerz nicht oder weniger stark. Mitunter verstärken sich die Schmerzen auch über einen längeren Zeitraum. Manchmal kann ein Herzinfarkt sogar völlig symptomfrei verlaufen und wird erst nachträglich im Rahmen einer EKG-Untersuchung erkannt. Menschen mit Diabetes sind hiervon häufiger betroffen.

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