| Verena Schmidt |
| 12.05.2026 13:15 Uhr |
In Drip Bars kann man sich Nährstoff-Cocktails per Spritze verabreichen lassen. Das ist allerdings nicht ohne Risiken. / © Getty Images/yacobchuk
Drip-Spa-Infusionen – Drip bedeutet auf englisch Tropfen, Spa steht dabei für den Wellness-Charakter– werden auch als intravenöse Vitamintherapie (IVVT) bezeichnet. Sie liefern einen hochkonzentrierten Cocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren Substanzen direkt in die Vene. Verabreicht werden sie meist in sogenannten Drip Bars.
Das BfArM warnt Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt aktuell in einer Pressemitteilung vor den möglichen gesundheitlichen Risiken des Trends. »Arzneimittel zur Infusion unterliegen in Deutschland einem strengen behördlichen Zulassungsverfahren. Nur wenn Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und die Qualität nachgewiesen und ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt wird, dürfen sie in den Verkehr gebracht werden«, betont das BfArM. Dieser Nachweis sei bei Drip-Spas nicht erbracht, denn die Infusionslösungen sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Qualität und Sicherheit der Produkte sind also im Sinne des Arzneimittelgesetzes nicht belegt.
Aufgrund der Zusammensetzung der Lösungen bestehe insbesondere bei vulnerablen Personengruppen das Risiko von Hypervitaminosen, also einer Überdosierung von Vitaminen, einer Hyperhydration (Volumenüberladung) sowie von Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt. Auch könnten allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten; nicht immer seien alle enthaltenen Substanzen deklariert, so das BfArM. Wie bei allen Infusionen kann eine unsachgemäße Handhabung der Drip-Infusionen außerdem zu einem Austritt der Infusionslösung ins Gewebe (Paravasaten), Luftembolien und Kreislaufproblemen durch zu schnelle Flüssigkeitszufuhr führen.