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Von Herstellung bis Abgabe
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Biologika in der Apotheke

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel haben die Therapie chronisch-entzündlicher Erkrankungen und vieler Krebserkrankungen grundlegend verändert. Sie sind konventionellen Medikamenten in vielen Indikationen hinsichtlich Krankheitskontrolle und Remissionsraten überlegen. Frei von Risiken und Nebenwirkungen sind sie jedoch nicht.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 23.01.2026  16:00 Uhr

Biologika, häufig auch als Biopharmazeutika bezeichnet, haben die Therapie zahlreicher chronischer und schwer behandelbarer Erkrankungen grundlegend verändert. Für die Apotheke sind diese Arzneimittel nicht nur wegen ihrer hohen Preise bedeutsam, sondern auch, weil sie besondere Anforderungen an Beratung und Logistik stellen.

Unter dem Begriff Biologika wird eine große Spannbreite an Arzneimitteln zusammengefasst, deren Wirkstoffe mithilfe lebender Zellen oder Organismen biotechnologisch hergestellt werden. Typische Vertreter sind monoklonale Antikörper, Fusionsproteine, rekombinante Hormone oder Zytokine. Im Unterschied zu klassisch chemisch synthetisierten Wirkstoffen handelt es sich um großmolekulare, strukturell komplexe Substanzen, deren Eigenschaften wesentlich von ihrem Herstellungsprozess abhängen. Auch im Vergleich zu pflanzlichen Arzneimitteln besteht eine klare Abgrenzung, da es sich bei den Phytopharmaka um Extrakte oder andere Zubereitungen aus Heilpflanzen handelt. Beispiele für Biologika sind humane Insuline (zum Beispiel rekombinant hergestelltes Insulin), Impfstoffe, monoklonale Antikörper (etwa gegen den Tumor-Nekrose-Faktor α – TNF-α) oder Gerinnungsfaktoren.

In Deutschland sind derzeit mehrere Hundert Biologika zugelassen. Sie zählen zu den hochpreisigen Arzneimitteln, was ihrem aufwendigen biotechnologischen Entwicklungs- und Produktionsprozess geschuldet ist. Biosimilars sind Nachahmerpräparate von bereits etablierten Biologika. Sie sind dem Original meist sehr ähnlich, aber wegen der komplexen Produktion nicht völlig identisch (siehe Kasten). Ihre Zulassung erfordert Vergleichsstudien, um sicherzustellen, dass Biosimilars genauso wirksam und sicher sind wie das Referenzpräparat.

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