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Blähungen die Luft nehmen

Ob drückender Bauch und Flatulenz beim Erwachsenen oder Bauchweh beim Baby – Blähungen sind lästig, aber gut behandelbar. PTA können mit gezielten Tipps und geeigneten Präparaten schnell für Entlastung sorgen.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 27.04.2026  08:00 Uhr

Mögliche Gründe

  • Ernährung: lösliche Ballaststoffe (wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln), Zuckeraustauschstoffe (wie Xylit, Sorbit), Unverträglichkeiten wie Lactose- oder Fructoseintoleranz
  • Erkrankungen: etwa Verstopfung, Reizdarmsyndrom, Zöliakie, Divertikulitis, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Medikamente: beispielsweise Antibiotika, nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), Metformin, Orlistat, Acarbose

Entschäumer

  • Wirkstoffe: Dimeticon (wie Sab Simplex® Kautabletten) und Simeticon (wie Lefax® Pump-Liquid)
    nicht resorbierbare Silikonöle
  • rein physikalische Wirkung: reduzieren die Oberflächenspannung von Gasblasen, diese werden kleiner und leichter resorbierbar
  • unterschiedliche Darreichungsformen: zum Beispiel Tropfen für Säuglinge, Kautabletten, Weichkapseln oder Direktgranulat für Erwachsene
  • Dosierung Erwachsene: 1 bis 2 Einzeldosen drei- bis viermal täglich
  • Dosierung Suspension: siehe jeweilige Herstellerinformation
  • Suspension vor Anwendung gut schütteln
  • kann auf Löffel gegeben oder direkt ins Fläschchen gemischt werden

Pflanzliche Unterstützung

  • Karminativa: Anis, Kümmel, Fenchel, Pfefferminze, Kamille, Melisse wirken spasmolytisch, fördern die Darmmotilität, lindern Spannungsgefühle (wie Carmenthin®, Gastricholan® L
  • Bitterstoffe: Pomeranzenschale, Condurangorinde, Wermutkraut, Enzianwurzel regen Appetit, Magen- und Gallensaftsekretion an (wie Amara Tropfen).
  • Kombinationspräparate enthalten Karminativa und Bitterstoffe (wie Iberogast®).

Gezielte Hilfe

  • Bei krampfartigen, schmerzhaften Blähungen: Butylscopolamin (wie Buscopan®)
  • Pankreasenzymmangel: Enzympräparate (wie Enzym Lefax®)
  • funktionelle Verdauungsstörungen/Reizdarm: hoch dosiertes Pfefferminzöl (Medacalm®, Digestopret®, Buscomint®) oder kombiniert mit Kümmelöl (Carmenthin®); Empfehlung der S3 Leitlinie Reizdarm

Vorsicht bei Fencheltee

Aufgrund des schwankenden Gehalts des in Tierversuchen karzinogen wirkenden Inhaltsstoffs Estragol rät die Europäische Arzneimittelagentur EMA von Fencheltee bei Kindern unter vier Jahren und bei Stillenden ab.

Probleme im Babybauch

  • Regulationsprobleme (früher »Dreimonatskoliken«)
  • Babys schlucken durch Schreiattacken vermehrt Luft
  • Bauchmassagen mit ätherischen Ölen (wie Dentinox® Bäuchleinsalbe),
  • Simeticon-haltige Tropfen (wie Sab Simplex® Tropfen)
  • homöopathische Kümmelzäpfchen (Carum Carvi) oder Globuli mit Wermut, Enzian, Wacholder und Kamille (Flatulini®)
  • Probiotika zur Darmbalance: wie Bifidobacterium longum und Pediococcus pentosaceus (Velgastin® Biotic Baby) oder mit Lactobacillus reuteri (BiGaia® Tropfen)

Wann zum Arzt

  • starke oder neu auftretende Schmerzen
  • Fieber, Erbrechen, starker Durchfall
  • Blut im Stuhl
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • anhaltende oder zunehmende Beschwerden

Hilfreiche Verhaltensänderungen

  • langsam essen, gründlich kauen
  • mit verdauungsfördernden Gewürzen kochen (Kümmel, Anis, Koriander, Majoran, Ingwer)
  • bei Ernährungsumstellung: Ballaststoffanteil schrittweise steigern
  • ausreichend Bewegung
  • den Bauch nicht durch enge Kleidung einschnüren
  • Wärme (Wärmflasche, Kirschkernkissen) zur Linderung
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