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Augengesundheit
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Rauchen erhöht Risiko für AMD, Glaukom und Erblindung

Rauchen ist ein enormes Gesundheitsrisiko und hat Auswirkungen auf den ganzen Körper – etwa für Lunge, Herz, Gefäße, Gehirn, Mund, Kehlkopf und Rachen. Doch auch die Augen sind stark gefährdet. »Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gefahren für die Augengesundheit«, warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Das werde in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich unterschätzt.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 23.04.2026  14:00 Uhr

Rauchen begünstige schwere Erkrankungen wie Makuladegeneration oder Grünen Star und ist laut DOG an vielen Erblindungen im Alter beteiligt. Selbst ungeborene Kinder seien betroffen.

Die Vielzahl giftiger Substanzen im Tabakrauch greife fast alle Strukturen der Augen an, so die Fachgesellschaft. Diese beeinträchtigen die Durchblutung der feinen Gefäße, fördern Entzündungen, schädigen Nervenzellen und steigern den oxidativen Stress in dem empfindlichen Gewebe. »Schon wenige Zigaretten am Tag können messbare Schäden verursachen«, warnt DOG-Expertin Professorin Dr. med. Teresa Barth von der Universitäts-Augenklinik Regensburg.

Augenerkrankungen, die im Zusammenhang mit Rauchen stehen, sind:

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

    Bei der AMD wird genau der Bereich der Netzhaut geschädigt, der für das scharfe Sehen zuständig ist. Rauchen verdoppelt bis verdreifacht laut DOG das Risiko für eine AMD. Das Risiko für eine neovaskuläre AMD – eine besonders aggressive Form der Erkrankung – sei sogar mehr als vervierfacht. Zudem träten erste Krankheitsanzeichen bis zu 10 Jahre früher auf.

    »Einer der wenigen Faktoren, die man bei der AMD im Gegensatz zur Genetik neben der Ernährung selbst beeinflussen kann, ist das Rauchen. Wer ein erbliches Risiko trägt, sollte unbedingt damit aufhören«, so Barth. Ein Rauchstopp lohne auch in höherem Alter, da Abstinenz das Fortschreiten der Erkrankung und die Entwicklung höhergradiger Stadien verzögere.

  • Grüner Star (Glaukom)

    Das Glaukom gilt als zweithäufigste Ursache für den Verlust des Sehvermögens in Deutschland. Rund 15 Prozent der Erblindungen sind auf diese Erkrankung, die auf der Schädigung des Sehnervs, meist durch einen erhöhten Augeninnendruck, basiert, zurückzuführen.

    Rauchen wirkt direkt auf den Sehnerv und die Strukturen, die den Augendruck regulieren. Dadurch verdoppelt sich das Risiko ein Glaukom zu entwickeln, wie die DOG erklärt. Langfristiger Zigarettenkonsum beschleunige das Fortschreiten der Erkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führt.

    »Auch beim Glaukom hat man bis auf die Anwendung von Tropfen relativ wenig selbst in der Hand, aber ein Rauchstopp bringt positive Effekte«, erklärt Barth. Wer mit dem Rauchen aufhöre, liege mit dem Glaukomrisiko nur noch etwa 25 Prozent über dem von Nichtrauchenden.

  • Morbus Basedow, Diabetes Typ 2, Sicca-Syndrom

    Rauchen erhöht auch das Risiko für eine endokrine Orbitopathie um ein Vielfaches. Die Erkrankung äußert sich meist durch stark hervortretende Augäpfel bei Morbus Basedow. Der Verlauf der Autoimmunerkrankung verschlechtere sich durch Zigarettenkonsum, so die DOG. Und auch Medikamente wirkten weniger gut.

    Das gelte gleichermaßen bei Typ-2-Diabetes. Hier verstärke Rauchen die diabetesbedingte Netzhauterkrankung. Sowohl bei Morbus Basedow als auch bei Diabetes sei der Rauchstopp eine unerlässliche Basismaßnahme, so die DOG-Expertin.

    Zigarettenrauch reize zudem die Augenoberfläche und fördere Entzündungsprozesse, was das Sicca-Syndrom begünstige – das weit verbreitete trockene Auge.

  • Gefahr für die Augen von Ungeborenen

    Und schließlich hat Rauchen in der Schwangerschaft Folgen für die Augen des Kindes. »Raucht die werdende Mutter, sind beim Ungeborenen die Risiken für spätere Fehlbildungen des Auges und für Sehfehler wie Kurzsichtigkeit oder Schielen erhöht«, warnt Barth. Es sollte bereits bei Kinderwunsch auf Tabak- und Nikotinprodukte verzichtet werden.

Kein anderer Lebensstilfaktor beeinträchtigt nach Ansicht der Fachgesellschaft das Auge in so vielen Bereichen wie das Rauchen. »Rauchen ist ein größerer Hebel als Ernährung«, erklärt Barth. Ein Rauchstopp wirke sich sofort positiv auf die Augengesundheit aus — und lohne sich in jedem Alter.

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