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Ernährung kurz & knackig
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Brustkrebs – Ernährung ist keine Nebensache

Nach der Diagnose von Brustkrebs steht erst einmal die Akuttherapie im Vordergrund. Ist diese überstanden, kann ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung dazu beitragen, die Prognose günstig zu beeinflussen.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 05.07.2026  12:00 Uhr

Dass der Lebensstil nach einer Brustkrebsdiagnose relevant ist, ist durch Studien belegt. So konnten etwa Forschende am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf in einer groß angelegten Studie (2023) zeigen, dass Lebensgewohnheiten wie normales Körpergewicht, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung sowie Alkohol- und Nikotinverzicht bei postmenopausalen Frauen mit einer geringeren Sterblichkeit assoziiert waren.

In puncto Ernährung geht es vor allem darum, eine gesunde, langfristig umsetzbare Ernährungsweise zu finden, die zum eigenen Leben und den Vorlieben passt. Nicht empfehlenswert sind einseitige Ernährungsformen, die Nährstoffmängel begünstigen, wie etwa strenge »Krebsdiäten«.

Besonders relevant sind:

  • die Vermeidung von Unter- und Übergewicht
  • eine pflanzenbetonte, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung, zum Beispiel mediterrane Kost – mit Betonung auf Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie hochwertigen pflanzlichen Fetten (zum Beispiel Nüsse, Samen, Olivenöl)
  • eine optimale Mikronährstoffversorgung, vor allem mit Vitamin D
  • eine bedarfsgerechte Proteinzufuhr – besonders wichtig bei Antihormontherapie (auch auf Calcium und Vitamin D achten)
  • das Meiden von Alkohol – eine evidenzbasierte, sichere Untergrenze gibt es nicht

Mini-Wissen

Gesunde Ernährung heißt nicht, auf Fett zu verzichten. Es kommt auf die Fettqualität an: ungesättigte Fettsäuren sollten überwiegen.

Sojaprodukte sind nach aktuellem Kenntnisstand in üblichen Verzehrmengen unbedenklich, auch nach einer Brustkrebserkrankung. Verzehrüblich heißt, bis zu zwei Portionen am Tag – zum Beispiel einmal etwa 250 ml Sojamilch und einmal etwa 100 Gramm Tofu.

Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel können Wechselwirkungen mit den zur Rezidivprophylaxe eingenommenen Medikamenten haben. Häufige Interaktionspartner sind zum Beispiel Johanniskraut, Grapefruit und Pomelo. Dies sollten Betroffene je nach eingenommener Medikation prüfen lassen.

Einige Patientinnen und Patienten möchten ihren Körper nach einer belastenden Therapie entgiften. Doch für sogenannte Detox-Kuren gibt es keine wissenschaftlichen Belege.

Weitere Tipps

  • Nicht zu streng mit sich sein – Stichwort Lebensqualität: Wenn die Basisernährung stimmt, darf zwischendurch auch das Stück Kuchen sein.
  • Nahrungsergänzungsmittel, falls erforderlich, gezielt einnehmen – das heißt: Vor einer Supplementation, zum Beispiel von Vitamin D, B12 oder Selen, die Blutspiegel bestimmen, um eine Über- oder Unterdosierung zu vermeiden.
  • Bei Bedarf eine qualifizierte Ernährungstherapie in Anspruch nehmen, zum Beispiel, um das Gewicht zu normalisieren oder eine Mangelernährung zu vermeiden

Fazit: Ernährung ist bei Brustkrebs keine Nebensache. Im Vordergrund stehen eine vollwertige, abwechslungsreiche und nährstoffdichte Ernährung sowie die bedarfsgerechte Versorgung mit Proteinen und Mikronährstoffen. Eine individuelle Ernährungstherapie ist pauschalen Empfehlungen überlegen.

Quelle: Ernährung bei Brustkrebs – das gilt es zu beachten (PTA-Forum, 2024), aus der Vortragsreihe »Gesundheitsforum« des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH)

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