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Soja und Hormone
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Wie gesund sind Sojaprodukte wirklich?

Soja im Veggie-Döner, Tofu oder Miso: Was steckt hinter den Gerüchten um Sojaprodukte in Bezug auf Hormone, Brustkrebs und drohender »Verweiblichung« von Männern? Was Verbraucherschützer raten.
AutorKontaktdpa
Datum 30.04.2026  14:00 Uhr

Ob als Kräuter-Tofu-Würfel auf Gemüse-Spießen, seidige Einlage in der Misosuppe oder als Soja-Schnetzel im Veggie-Döner – proteinreiche Soja-Produkte sind längst nicht mehr nur was für Veggiefans. Auch wer Fleisch liebt, mag zur Abwechslung auch ganz gerne mal gut gemachte Gerichte mit Tofu, Miso, Tempeh und Co. – schließlich gilt Soja – wie Hülsenfrüchte generell – als gesund für Mensch und Umwelt.

Doch nicht nur unter Veggie-Gegnern und -Fans ranken sich allerlei Befürchtungen und Hoffnungen rund um Soja. Die Verbraucherzentralen haben sich das einmal genauer angesehen und kursierende Mythen, angebliche und tatsächliche Risiken von Soja und Sojaprodukten auf den Prüfstand gestellt. Etwa dass Soja-Konsum der Schilddrüse schade, bei Brustkrebs nicht zu empfehlen sei oder bei Männern zu einer »Verweiblichung« führe. Was ist da dran?

Die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen ähneln – und genau das verunsichert viele Menschen. »Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet«, sagt Stella Glogowski von der Verbraucherzentrale Hessen.

Ist Soja bei Brustkrebs bedenklich?

Für die Fachgruppenleiterin Lebensmittel und Ernährung ist der Verzehr üblicher Mengen Sojalebensmittel nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch bei Brustkrebs unbedenklich. Sie rechnet vor:

Ein bis zwei Portionen täglich – eine Portion entspricht etwa 100 g Tofu oder 250 ml Sojadrink – gelten auch während einer antihormonellen Therapie als sicher. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Sojakonsum das Risiko für ein Wiederauftreten erhöht, so die Verbraucherschützerin.

Schadet Sojakonsum der Schilddrüse?

Da kommt es auf das Maß an: Bei ausreichender Jodversorgung erwarten die Verbraucherschützer durch normalen Sojakonsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Schilddrüse.

Anders kann es jedoch bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen aussehen: Isoflavone aus Sojalebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. »In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung«, rät Stella Glogowski.

Bei hochdosierten Isoflavon-Supplementen ist für sie Vorsicht geboten. Denn die gesundheitliche Unbedenklichkeit solcher Supplemente, insbesondere für Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen der Schilddrüse, sei nicht ausreichend belegt.

Stella Glogowskis Rat: Wer an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen nicht einnehmen.

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