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Herstellung von Suspensionen
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Entscheidend ist die Aufschüttelbarkeit

Bei den Rezepturtagen von Caelo in Hilden konnten PTA ihr Wissen in Theorie und Praxis auffrischen. Dabei ging es unter anderem um die Herstellung einer Suspension. Eigentlich Standard und doch manchmal vertrackt.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 03.07.2026  08:00 Uhr

Handschuh an, Mundschutz auf und dann erstmal den Arbeitsbereich desinfizieren – es ist beeindruckend, wie fest diese Handgriffe sitzen, auch wenn es sich nur um eine Übung im Workshop handelt. Routiniert und konzentriert gingen die PTA an die Arbeit, lasen, rechneten und diskutierten miteinander. Dann begann das Abwiegen des Wirkstoffs und das sorgfältige Anreiben. Denn eines wurde im vorherigen Vortrag von Dr. Stefanie Melhorn, Leiterin des NRF, deutlich und blieb den Teilnehmerinnen und dem Teilnehmer besonders in Erinnerung: Das Anreiben des Wirkstoffs ist entscheidend für die Homogenität der fertigen Suspension. Nur wenn dieser Arbeitsschritt gewissenhaft durchgeführt wird, kann eine qualitativ hochwertige Suspension entstehen.

»Die Herstellung einer Suspension ist anspruchsvoll, aber durchaus machbar«, so das Credo von Melhorn. Neben dermalen Zubereitungen wie Cremes, Salben oder Schüttelmixturen spielen vor allem orale Suspensionen beispielsweise im pädiatrischen und geriatrischen Bereich eine wichtige Rolle.

Doch was macht eine Suspension eigentlich so schwierig? »Wir haben keine einheitliche Phase. Es liegen feste Teilchen vor, die in einer flüssigen oder halbfesten Phase verteilt sind«, erläuterte die Apothekerin. In flüssigen Suspensionen können diese Teilchen abhängig von ihrer Größe, der Dichtedifferenz zwischen Feststoff und Flüssigkeit, der Viskosität der flüssigen Phase sowie der Schwerkraft sedimentieren oder aufschwimmen. Dieses Verhalten wird durch das Stokes’sche Gesetz beschrieben.

Caking und Aufschwimmen vermeiden

Daher ist das Sedimentationsverhalten von entscheidender Bedeutung. Partikel mit höherer Dichte sinken ab. Im ungünstigsten Fall kann es zum sogenannten Caking kommen – einem Sediment, bei dem die Teilchen fest miteinander verbunden sind. »Ein solches Sediment lässt sich für den Patienten nur schwer wieder aufschütteln. Das sollte nicht passieren«, betonte Melhorn.

Partikel mit geringerer Dichte können hingegen aufschwimmen, etwa wenn sich an besonders hydrophobe und schlecht benetzbare Stoffe Luftbläschen anlagern. »Dann sieht das Ganze ein bisschen schaumig aus«, beschrieb Melhorn das Phänomen. Auch dieses sogenannte Floating führt zu Dosierungsungenauigkeiten.

»Eine Suspension ist immer ein thermodynamisch instabiles System. Das heißt, ich kann nicht verhindern, dass Teilchen sedimentieren oder flotieren«, so die NRF-Expertin. Für den Patienten sei daher die Aufschüttelbarkeit entscheidend, denn sie beeinflusse unmittelbar die Dosiergenauigkeit. »Es muss gewährleistet sein, dass in jedem Milliliter die gleiche Menge Wirkstoff steckt.« Außerdem sollten die Teilchen möglichst langsam sedimentieren, damit nach dem Aufschütteln ausreichend Zeit bleibt, die benötigte Dosis zu entnehmen.

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