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Stress und Erschöpfung
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Burn-out überwinden

Sicher machen viele hin und wieder die Erfahrung, abgearbeitet, ausgelaugt und müde zu sein. Doch wenn Menschen über ihre Erfahrungen mit einem Burn-out berichten, sind der Stress und die Erschöpfung fast greifbar.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 03.02.2026  10:00 Uhr

»Ich konnte nach Stressphasen nicht mehr richtig runterkommen und war permanent in einem Anspannungsmodus«, »Ich konnte nicht einschlafen und habe jede Nacht von der Arbeit geträumt«, »Ich fühle nichts mehr, keine Freude, kein Glück, nur noch Schmerz und Leere«, berichten Betroffene in Internetforen.

Burn-out kommt vom englischen »to burn out« und bedeutet so viel wie »ausbrennen«. Der Begriff wurde in den 1970er-Jahren vom US-amerikanischen Psychotherapeuten Herbert Freudenberger geprägt. Er beschrieb damit einen Zustand, in den vor allem Menschen kamen, die mit hohem Engagement und aufopfernd hohen beruflichen Belastungen ausgesetzt waren. Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter oder Lehrer fühlten sich schon damals besonders häufig erschöpft, resigniert oder überfordert. Die Situation hat sich seitdem nicht verbessert: Untersuchungen zeigen, dass sich fast alle Arbeitnehmer im Gesundheitswesen mindestens einmal in ihrem Berufsleben ausgebrannt fühlen.

Ein Burn-out wird vor allem im Zusammenhang mit der Arbeitsbelastung im Beruf gesehen, wenn auch nicht nur im Gesundheitswesen. So ist Burn-out auch in der neuen, 2022 veröffentlichten Version der internationalen Klassifikation von Erkrankungen (ICD 11) als Reaktion auf Stress im beruflichen Zusammenhang definiert. Allerdings wird Burn-out nicht als Krankheit bewertet, sondern vielmehr als Problem bei der Lebensbewältigung, das die Gesundheit beeinflusst.

Drei Kardinalsymptome

Sowohl bei der Bewertung als Erkrankung als auch bei der Frage, ob nicht auch bei Menschen, die sich durch Belastungen im privaten Bereich ausgebrannt fühlen, von Burn-out die Rede sein sollte, herrscht Uneinigkeit. Schließlich kann auch die Pflege von Angehörigen sehr belastend sein. Sicher ist, dass nicht jeder, der sich häufiger erschöpft oder müde fühlt, von einem Burn-out betroffen ist. Die Zeichen eines Burn-outs lassen sich ziemlich genau benennen. »Es gibt drei Kardinalsymptome, die ein Burn-out charakterisieren«, sagt Dr. Carolin Stierle, Leitende Oberärztin an der Oberberg Fachklinik im Gespräch mit PTA-Forum:

  • emotionale und körperliche Erschöpfung,
  • Depersonalisierung beziehungsweise berufliche Entfremdung und
  • verringerte Leistungszufriedenheit.

»Typisch ist eine Frustration, ein negatives oder auch emotionsloses Verhalten und Gefühle von Inkompetenz in Bezug auf verschiedene Arbeitsaspekte«, weiß die ärztliche Psychotherapeutin zu berichten. »Eigentlich engagierte Mitarbeiter distanzieren sich von ihrer Tätigkeit und entwickeln oft im Verlauf eine zynische Einstellung dazu, wie es eigentlich gar nicht zu Arbeitnehmern vor allem in helfenden Berufen passt.«

Wer ein Burn-out entwickelt hat, ist meist unzufrieden mit der eigenen Leistung und hat das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr zu genügen. Typisch ist auch, dass sich das Erschöpfungserleben über Monate bis Jahre hinziehen kann, ein Wochenende oder ein Urlaub zwar kurzfristig Erholung bringt, aber keine langfristig positive Auswirkung auf das Stresserleben hat.

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