| Barbara Döring |
| 03.02.2026 10:00 Uhr |
Die Coronapandemie verstärkte das Auftreten von Burn-out. In einer Studie über die Auswirkungen von Burn-out im Gesundheitswesen während des letzten Lockdowns gab fast die Hälfte der Teilnehmer in Deutschland an, dass sich bereits vorhandene Überlastungssymptome noch einmal verschlimmert haben. Doch auch in anderen Berufen fühlten sich viele Menschen während der Pandemie stärker gestresst. »Gerade im beruflichen Bereich hat sich in der Coronazeit viel verändert«, betont Thomas Owezarek.
Viele mussten zu Hause unter ungewohnten Bedingungen im Homeoffice arbeiten, oft gepaart mit Homeschooling der Kinder, ohne die entsprechenden räumlichen Gegebenheiten zu haben. »Die Arbeit fand Einzug in das häusliche Umfeld und machte es schwer abzuschalten«, sagt Owezarek. Die Menschen hatten Angst vor Ansteckung und machten sich Sorgen, wie sich die Dinge entwickeln. »Auf diese Weise hat Corona sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld zu einer größeren psychischen Belastung geführt«, sagt der Resilienz- und Businesscoach.
Der Weg aus einem Burn-out gelingt nicht von heute auf morgen. Wichtig ist, die Situation erst einmal als Problem zu erkennen und dann aus der Situation herauszukommen. Doch eine einfache Krankschreibung ohne weitere Hilfe ist keine sinnvolle Maßnahme. »Die Erfahrung zeigt, dass eine Pause allein nicht heilsam ist«, sagt Stierle. Sie schafft zwar kurzzeitig Entlastung, die alten Muster bleiben jedoch, sodass es nach der Krankschreibung im gleichen Modus weitergeht. »Häufig habe ich Patienten in der Klinik gesehen, die sagten, dass plötzlich nichts mehr ging, die sich einfach leer fühlten«, berichtet Stierle. Sie hätten die Situation nicht wahrgenommen und seien sehenden Auges gegen eine Wand gerannt. Jemand, der in einem solchen Tunnel sei, könne nicht mehr selbst realisieren, wo er stehe und wie er sich helfen kann.
Im Idealfall schreibt der Hausarzt den Patienten krank und veranlasst eine psychotherapeutische Behandlung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: eine ambulante Therapie in der Praxis oder in der Tagesklinik oder einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik oder einer Rehaklinik. Zu bedenken sei, dass Patienten für einen ambulanten Termin heute fast überall mindestens ein halbes Jahr Wartezeit in Kauf nehmen müssen. »Da muss gut abgewogen werden, ob die Therapie noch warten kann oder der Patient schnellere und intensivere Hilfe in einer Klinik braucht«, so Stierle.