| Isabel Weinert |
| 27.08.2026 08:00 Uhr |
Jede akute schwere Erkrankung kann der Reaktivierung chronischer Viren im Körper Vorschub leisten. / © Adobe Stock/WavebreakMediaMicro
Man wisse bereits, dass eine SARS-CoV-2-Infektion das Epstein-Barr-Virus (EBV) und das Zytomegalievirus (CMV) reaktivieren könne. Was das für den Krankheitsverlauf bedeute, sei noch nicht ganz geklärt. Die Forschenden analysierten deshalb longitudinal erhobene Multiomics-Daten, das heißt zeitlich wiederholt gemessene, kombinierte molekulare Informationen von 1154 hospitalisierten Covid-19-Patienten aus der Studie »Immunophenotyping Assessment in a COVID-19 Cohort« (IMPACC).
Innerhalb der ersten 40 Tage nach der Aufnahme der Betroffenen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass elf verschiedene Viren reaktiviert wurden, vorrangig EBV, Herpes-simplex-Virus 1, CMV und Viren aus der Familie der Anelloviridae. Letztere sind unter Menschen weitverbreitet und scheinen Long Covid zu fördern.
Die Ergebnisse zeigten, dass chronische Viren nicht nur durch eine Unterdrückung des Immunsystems reaktiviert werden könnten, sondern dass auch immungesunde Menschen durch die Viren schwerer an ihrer akuten Erkrankung zu leiden haben. Zu untersuchen sei, ob die Diagnose und Therapie von Virusreaktivierungen während akuter Corona-Infektionen die Prognose der Erkrankten verbessern können.