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Impfskepsis
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Vertrauen schaffen

Menschen, die Impfungen ablehnen, auch für ihre Babys und Kinder, sind in den seltensten Fällen renitente Verschwörungstheoretiker. Eher resultieren Ängste aus Falschinformationen und Geschichten vom Hörensagen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 26.08.2026  12:00 Uhr

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass Menschen Impfungen skeptisch gegenüberstehen. Vielleicht haben sie tatsächlich schon einmal von schlechten Erfahrungen gehört und/oder sich aus unsicheren Quellen informiert. Ihre Ängste kennzeichnen letztlich ein Bedürfnis nach Sicherheit und dem Gedanken, sich nichts vorschreiben lassen zu wollen. PTA können hier dazu beitragen, Fehlinformationen zu entkräften und Vertrauen in medizinische Institutionen aufzubauen. 

»Früher gab es schließlich auch keine Impfungen.«

Antwort: Das stimmt. Allerdings sind früher sehr viele Menschen an genau den Krankheiten gestorben, vor denen die Menschen heute mithilfe von Impfungen ganz einfach geschützt werden können. Das ist einer der Gründe für die sehr hohe Kindersterblichkeit bevor es Impfstoffe gab.

»Ich bin kerngesund, mein Immunsystem schafft das ganz alleine.« 

Antwort: Meistens ist es tatsächlich so, dass vollkommen gesunde Menschen Infektionskrankheiten gut selbst bewältigen. Leider trifft es aber immer wieder Menschen, die sich gesund wähnten, ganz hart, wenn sie sich anstecken. Gerade bei Kindern kann das sogar tödlich enden. Und nur, wenn genug Menschen gegen eine Krankheit geimpft werden, ist die Gesellschaft mitsamt immunschwachen Menschen vor dieser Krankheit sicher geschützt. Fällt die sogenannte Impfquote nämlich gering aus, das zeigen zum Beispiel Daten aus Ländern mit geringerer Masern-Durchimpfung, dann treten diese Krankheiten wieder vermehrt auf. Und je mehr Krankheitsfälle es gibt, desto mehr trifft es dann auch Menschen schwer, die vorher ganz gesund waren.

»Das mit den Impfungen ist doch nur Geschäftemacherei.«

Antwort: Natürlich haben auch Pharmaunternehmen wirtschaftliche Interessen. Das ist grundsätzlich auch nicht schlimm. Nur wenn ein Unternehmen Erfolg hat, kann es weitere Medikamente entwickeln, die Menschen helfen, und außerdem Arbeitsplätze bieten. Um aber ganz auf Nummer Sicher zu gehen, ist es in Deutschland so geregelt, dass sich unabhängige Behörden nach klaren wissenschaftlichen Kriterien um die mögliche Zulassung eines Impfstoffs kümmern und Impfempfehlungen aussprechen. 

»Wenn Sie wüssten, wie krank mein Bekannter nach seiner Impfung geworden ist.«

Antwort: Das verstehe ich, dass Sie dieser Bericht verunsichert hat. Ein einzelner Fall bedeutet jedoch nicht, dass das tatsächlich mit dem Impfstoff zusammenhängt. Deshalb werden mögliche Nebenwirkungen in Deutschland systematisch erfasst. So merkt man sehr schnell, ob das jetzt ein Zufall war mit der Impfung und der Krankheit, was am wahrscheinlichsten ist, oder ob das wirklich viele Menschen betrifft.

»Im Internet warnen sie vor Impfungen, sogar Professoren sind da dabei.«

Antwort: Ja, das stimmt, darauf bin ich auch schon gestoßen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich diese Menschen nie auf wissenschaftlich fundierte Untersuchungen beziehen können und auf unabhängige Fachleute. Aber ich kann verstehen, dass Sie das verunsichert, denn in sich können die Argumente dieser Leute wirklich logisch klingen. Das sind allerdings Meinungen einer ganz kleinen Minderheit in der Wissenschaft. Diese »Fachleute« ignorieren die große Mehrheit ihrer Fachkollegen und den Konsens aller großen Gesundheitsorganisationen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen. 

»Ich kann den Fachleuten nicht trauen.«

Antwort: Vertrauen ist eine persönliche Sache und an vielen Stellen ist eine gesunde Skepsis ja auch angebracht. Fehlendes Vertrauen kann ich Ihnen zwar nicht geben, aber ich informiere Sie sehr gerne über wissenschaftlich gesicherte Informationen. Dann können Sie selbst entscheiden, welchen Schluss Sie daraus ziehen.

»Es ist doch viel besser für das Immunsystem, wenn man die Infektion durchmacht.« 

Antwort: Sie haben recht, dass der Körper auch ohne Impfung auf eine Infektion mit einer Immunität reagiert. Das macht er aber auch genauso nach einer Impfung und da ist der Vorteil, dass der Mensch gesichert nicht schwer erkranken wird. Diese Sicherheit gibt es bei der natürlichen Infektion überhaupt nicht. So kann eine Maserninfektion das Gehirn entzünden oder eine Infektion mit dem Coronavirus Long-Covid verursachen. 

»Und was ist dann mit den Menschen, die Impfschäden davongetragen haben?«

Antwort: Impfschäden sind natürlich sehr belastend. Gleichzeitig kommen sie wirklich extrem selten vor, viel seltener als Schädigungen durch die durchgemachte Infektion. Für Impfschäden hat der Gesetzgeber auch eine Entschädigungsregelung geschaffen. Das ist im Einzelfall zwar ein sehr geringer Trost, aber wenn man durch die natürliche Infektion bleibende Schäden behält, gibt es eine solche Regelung nicht. Man hätte sich ja mit einer Impfung schützen können.

PTA kommen bei den Zweifelnden dann authentisch an, wenn sie ihr Gegenüber wirklich ernst nehmen und aufmerksam zuhören. Offene Fragen können dazu beitragen, eine Vertrauensbasis zu schaffen, also etwa »Was beschäftigt Sie besonders?« oder »Möchten Sie mir sagen, woher Sie ihre Informationen haben?«. Im Anschluss vermeidet man Fachwörter so gut es geht und spricht ruhig und sachlich. Kontraproduktiv sind Sätze, die den anderen ins Lächerliche ziehen wie »Sie glauben doch nicht alles, was im Internet steht?« oder »Das ist Blödsinn«.

Allerdings gibt es eine Grenze, an der man das Gespräch am besten beendet. Etwa, wenn sich der Mensch ständig wiederholt, wenn erkennbar ist, dass er wissenschaftliche Erkenntnisse grundsätzlich ablehnt, wenn er verbal aggressiv wird. Dann reicht ein: »Ich respektiere Ihre Ansicht. Mehr kann ich Ihnen nicht anbieten. Vielleicht denken Sie ja zu Hause noch mal darüber nach«.

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