Bereits 2023 fanden bundesweite Apothekenproteste statt, auch in Düsseldorf. / © AVNR/Alois Müller
Der Berliner-Apotheker-Verein (BAV) hat Details zu den geplanten Protesten bekanntgegeben. Demnach will man sich um 12 Uhr am Potsdamer Platz treffen und von dort in einem Demonstrationszug zum Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus ziehen. Hier soll der Protest gegen 13:30 Uhr mit einer Kundgebung enden. Am selben Tag soll auch in Düsseldorf, Hannover und München protestiert werden.
In seiner Pressemitteilung betont der BAV, dass das Apothekenhonorar seit 2004 nur einmal und nur in minimaler Höhe angepasst wurde. Gleichzeitig seien die Kosten der Apotheken für Personal, Mieten und Energie dramatisch angestiegen. Die Unterfinanzierung habe zu zahlreichen Apothekenschließungen geführt.
Die vom Apothekerverband Nordrhein (AVNR) organisierte Versammlung in Düsseldorf findet unter dem Motto »Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!« statt. Die Apotheken fordern »die politisch zugesagte Erhöhung des Packungsfixums auf 9,50 Euro nachdrücklich ein und lehnen eine ›Apotheke ohne Labor‹ und ›ohne Apothekerin oder Apotheker‹ klar ab«, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des AVNR und der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR).
Die Versammlung findet von 12 bis circa 13 Uhr auf dem Burgplatz in Düsseldorf statt. Schon ab 11 Uhr sollen sich die Teams auf dem Burgplatz einfinden, »bestenfalls in weißen Kitteln und mit Ihrem gesamten Apothekenteam«, heißt es in der Mitteilung. »Nur durch geschlossenes Auftreten kann die notwendige Aufmerksamkeit für unsere Anliegen erreicht werden!«
Der Landesapothekerverband Niedersachsen ruft zu einer zentralen Kundgebung in Hannover auf. Die Versammlung findet um 13 Uhr auf dem Opernplatz in der Innenstadt statt. »Am 23. März kommen wir Apothekerinnen und Apotheker mit unseren Teams in Hannover zusammen, um für den Erhalt der qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort zu protestieren«, so LAV-Vorsitzender Berend Groeneveld. Hauptgrund des Protests sei das seit Jahren stagnierende Honorar bei gleichzeitig stark gestiegenen Kosten.
In München wird die Kundgebung laut Bayrischem Apothekerverband (BAV) zwischen 12 und ca. 14 Uhr auf dem Odeonsplatz stattfinden. Da Protestmaterial ausgegeben wird (solange der Vorrat reicht), lohne es sich, schon früher dort zu sein, heißt es im Podcast »BAV akut«. »Wir protestieren für die uns zustehende Honorarerhöhung auf 9,50 Euro«, betont Dr. Hans-Peter Hubmann, BAV-Vorsitzender, ebenfalls im Podcast. Es gelte, der Ministerin den Rücken zu stärken, die angekündigt hat, die Erhöhung des Fixums umsetzen zu wollen. »Wir sind für die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung da, dies können wir nur leisten, wenn wir eine ausreichende wirtschaftliche Grundlage haben.« Die Bevölkerung müsse sehen, was verloren geht, wenn immer mehr Apotheken vor Ort schließen.
Die jeweiligen Landesapothekerverbände informieren ihre Mitgliedsapotheken über den genauen Ablauf und die Möglichkeiten zur Teilnahme am nächstgelegenen Proteststandort. Grundsätzlich ist geplant, dass die Apotheken am 23. März geschlossen bleiben und die Apothekenteams an Demonstrationen und Kundgebungen teilnehmen. Die Versorgung soll über Notdienstapotheken aufrechterhalten werden.
Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen der Schließungen müssen sich die Inhaberinnen und Inhaber aus Sicht von Kammer und Verband Nordrhein nicht machen: »Wir vertrauen fest darauf, dass die Ausübung Ihres grundrechtlich geschützten Demonstrationsrechts nicht durch weitergehende regulatorische Maßnahmen behindert wird.«
Patientinnen und Patienten sollten rechtzeitig über die eingeschränkte Versorgung am 23. März informiert werden. Die Apotheken protestierten im Interesse ihrer Patientinnen und Patienten, so Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbands Westfalen-Lippe. »Deshalb möchte ich die Bürgerinnen und Bürger noch einmal bitten: Unterstützen Sie uns. Kommen Sie gern mit nach Düsseldorf – und unterschreiben Sie unsere Online-Petition, mit der wir die Politik zum Einlenken bewegen wollen.«