»Wir konnten nach sechs Monaten eine signifikante Reduktion des Fettgehaltes in Hepatozyten zeigen – wobei erste Effekte bereits nach zwölf Wochen eintraten«, so Demir. »Dies ist relevant, da die Fetteinlagerung in der Leber das Kernmerkmal der MASLD ist und die Grundlage für eine mögliche spätere Progression bietet.« Zusammenfassend ergebe sich eine etwa 2,5-mal bessere Wirksamkeit der Phospholipide, was die Reduktion des Fettgehaltes der Leber betrifft, als Placebo. In der dreimonatigen Nachbeobachtungsphase hielten die Verbesserungen an.
Was weiß man über den Wirkmechanismus? Durch Steigerung der Membranfluidität stabilisieren die Phospholipide die Hepatozytenmembran. Darüber hinaus fördern sie den Export von Lipiden aus bereits steatotischen Leberzellen, indem sie etwa die Bildung von VLDL-Lipoproteinen vorantreiben. »Sie fahren den Leberzellstoffwechsel hoch, verhindern den Zelluntergang, fördern also letztlich die Regeneration bereits geschädigter Hepatozyten«, fasste die Referentin zusammen.
»Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan unseres Körpers, ein Kraftwerk, Klärwerk und Speicher«, nannte Demir einige wichtige Aufgaben. Eine Störung wirke sich auf den ganzen Körper aus – anfangs jedoch meist unbemerkt. »Die Leber leidet stumm.« Gerade hier lohne sich jedoch rechtzeitige Prävention, denn Verfettungen, Vernarbungen und Entzündungen, sogar frühe Zirrhosen, könnten sich zurückbilden.
»Lebergesundheit muss heute mitgedacht werden.« Sie forderte einen Leber-Check-up mit strukturierter Leberdiagnostik, etwa im Rahmen des Check-up 35.