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Abstand, Maske, keine Kontakte?
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Diese Maßnahmen wirken am besten

Seit gut einem Jahr ordnen die Bundesländer immer wieder Maßnahmen an, um die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen einzudämmen. Immer wieder wird gestritten, wie effektiv diese überhaupt sind. Eine Studie aus Deutschland gibt nun Hinweise.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 23.04.2021  14:00 Uhr
Restaurant- und Ladenschließungen kaum Auswirkung

Restaurant- und Ladenschließungen kaum Auswirkung

Die Schließung von Restaurants zeigte noch einmal deutlich geringere Effekte. Diese immer wieder kritisierte Maßnahme hatte mit einer Senkung des Infektionsgeschehens um etwa 2 Prozentpunkten einen sehr geringen Effekt, wohingegen die Schließungen von Parks, Zoos, Museen oder Wellness-Einrichtungen – aber auch von Geschäften kaum messbare Effekte zeigten.

»Der Effekt der Geschäftsschließungen war kaum nachweisbar«, erläuterte der Leiter der Studie, der Kasseler Statistiker Professor Dr. Reinhold Kosfeld, in einer Pressemitteilung der Universität Kassel. Ein Grund könnte sein, dass in den geschlossenen Geschäften üblicherweise viel mehr Fläche zur Verfügung steht als in den systemrelevanten Geschäften, darunter beispielsweise den Supermärkten, die weiterhin geöffnet waren, 

Weiter sagte Kosfeld: »Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht waren die Säulen des Erfolges, um die Pandemie einzudämmen. Die Wirkung der Schließung von Schulen und Kitas war signifikant, aber deutlich geringer. Als noch geringer erwiesen sich die Schließungen von Restaurants, Cafés und Bars. Der Shutdown des nicht lebensnotwendigen Einzelhandels ist mit 4,5 Prozent anteilsmäßig noch einmal geringer und statistisch auch nicht mehr gesichert. Grundsätzlich sollte man berücksichtigen, dass die Effekte von der Chronologie der Schließungen in der Krise beeinflusst werden. Relativ spät ergriffene zusätzliche Maßnahmen haben häufig einen geringeren Effekt als die ersten Maßnahmen.«

Studienergebnisse basieren auf komplexer Methode

Die Forschungsgruppe um Kosfeld nutzte für ihre Analyse einen sogenannten »Difference-in-differences«-Ansatz. In ihre Analysen schlossen sie Daten aus 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten ein. Da die Maßnahmen in den Bundesländern jeweils zeitlich versetzt eingeführt wurden, konnten sie für bestimmte Zeitspannen Gruppen von Städten und Kreisen bilden, in denen die Maßnahmen schon galten, und Kontrollgruppen, in denen sie (noch) nicht galten.

Zudem projizierten sie für jede Gebietseinheit Verlaufskurven des Infektionsgeschehens anhand von Daten des Robert-Koch Instituts (RKI). Dabei berücksichtigten sie, dass sich die Kreise und Städte in unterschiedlichen Phasen der Pandemie befanden, also die Ausbreitungsgeschwindigkeit in einer bayerischen Stadt höher gewesen sein konnte als in einem mecklenburgischen Landkreis. Der Untersuchungszeitraum für die Studie reichte von Mitte März bis Ende April 2020, als erste Lockerungen in Kraft traten.

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