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Akupunktur zur Migräneprophylaxe
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Nutzen laut IQWiG kaum belegt

Akupunktur hat zur Prophylaxe von Migräneattacken nur in wenigen Fällen einen Nutzen – für den breiten Einsatz fehlten evidenzbasierte Studien, urteilt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das Institut hat nun den Abschlussbericht zu einer Nutzenbewertung veröffentlicht, die es im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) durchgeführt hatte.
AutorVerena Schmidt
Datum 01.06.2026  08:00 Uhr

Bei häufigen Migräneattacken, Attacken mit ausgeprägten Beschwerden oder anhaltender Aura wird Patienten häufig eine prophylaktische Therapie empfohlen. Mögliche medikamentöse Optionen sind etwa die Betablocker Propranolol und Metoprolol, Flunarizin, Amitriptylin, Topiramat, Onabotulinumtoxin A, Valproinsäure (off Label) und seit einiger Zeit auch die Gepante Rimegepant und Atogepant sowie die monoklonalen Antikörper gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) – Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab – beziehungsweise gegen den CGRP-Rezeptor (Erenumab). Auch nicht medikamentöse Methoden, darunter etwa verhaltenstherapeutische oder psychologische Therapien, können unterstützend eingesetzt werden.

Auch die Akupunktur wird schon seit vielen Jahren als Alternative eingesetzt. Laut der im vergangenen Herbst aktualisierten S1-Leitlinie »Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne« zeigen sich moderate, unspezifische Effekte bei der Prophylaxe der Migräne; die Studienlage ist allerdings widersprüchlich.

Das IQWiG wollte nun prüfen, ob die manuelle Akupunktur zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen im Vergleich zu einer medikamentösen Prophylaxe einen Nutzen hat. Auch ob die Akupunktur bei Menschen, die keine Prophylaxe-Medikamente einnehmen können, besser ist als keine Prophylaxe, war Gegenstand der Untersuchung.

Für einen Großteil der Anwendungsbereiche der Akupunktur mit Nadeln zur Migräneprophylaxe gebe es keine relevanten Studien, schreibt das IQWiG in seinem Abschlussbericht. Das gelte sowohl, wenn die Anwendung von Medikamenten nicht infrage kommt, als auch dann, wenn die medikamentöse Therapie keine ausreichende Symptomkontrolle ermöglicht. Für beide Anwendungsbereiche gibt es also keinen Nachweis eines Nutzens der Akupunktur.

Aussagekräftige Studien gibt es laut dem Institut lediglich zum Vergleich mit den älteren Wirkstoffen Flunarizin und Topiramat – hier ließ sich ein Vorteil der Akupunktur ableiten. Der Einsatz der beiden Wirkstoffe ist in der Praxis jedoch ohnehin eingeschränkt: Topiramat ist unter anderem bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht hochwirksam verhüten, kontraindiziert. Eine Behandlung mit Flunarizin geht häufig mit Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Gewichtszunahme einher. Der Calciumantagonist hat zudem eine lange Halbwertszeit und darf nicht länger als sechs Monate eingenommen werden.

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